www.kultbote.de
Album der Woche

BirhofJoyBirth Of Joy, Live at Ubu

Psychedelic Rock & Blues vom Feinsten. Genial!
Es sieht nach einem weiteren sehr guten Jahr für die holländischen Senkrechtstarter von Birth Of Joy aus. Nach der Nominierung für den prestigeträchtigen Edison Pop Award in ihrem Heimatland steht nun die Veröffentlichung ihres ersten Livealbums an. „Live at Ubu“ wurde während zwei ausverkauften Shows am 29. und 30. Januar 2015 im Club Ubu in Rennes, Frankreich mitgeschnitten und überzeugt mit fast 2 ½ Stunden feinstem Psychedelic Organ Rock & Roll!
Beeinflusst von Psychedelic Rock, Blues und Rock’N’Roll führt uns das Trio zurück in die gute alte Zeit von MC5, The Doors und Pink Floyd. Stoner, Grunge und Punk Einflüsse bereichern den Sound der alten Helden und lassen einen ganz eigenen Stilmix entstehen, den Sound von Birth Of Joy. Mit einem Schlagzeuger der John Bonham’s Sohn sein könnte, einem Organisten der sein Instrument zum Äußersten treibt und einem singenden Gitarristen der wie eine kraftvolle Inkarnation von Jim Morrison wirkt, katapultiert die Band Ihren Psychedelic Rock mit einer Energie in die moderne Zeit, der man sich nicht entziehen kann. Long Branch Records / SPV. Hier gibt’s den Song „Grow“ in der Live Version aus dem Konzert im Ubu im französischen Rennes zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=AYTu5Rl1O7U.

 

ModestepModestep, London Road

Nachdem ihr teasertrack „Snake” allein auf Soundcloud bald 200.000 Mal gespielt wurde, ist es an der Zeit, die Londoner Modestep, die „Bassjäger des Dubstep“, mit ihrem zweiten Album – dem ersten in Deutschland veröffentlichten – auch diesseits des atlantischen Ozeans vorzustellen.
„London Road“ vereint auf 12 Songs eine ganz eigene Idee von Bassmusik – Bastarde aus Rock, Dubstep, Grime und hybrider Electronica – zu einer Hommage an ihre Heimatstadt. Features diverser Londoner MCs wie Big Narstie, Discarda, Dialect, Flowdan, Frisco und LayZ leisten ihren Beitrag zu einem Album, das sich gleichermaßen von urbaner Elektronik wie Metal beeinflusst weiß: London Roads eben, ein Werk sui generis sozusagen. London Road beeindruckt vom ersten Moment an. Über dramatischen Streicher beginnt “Damien” mit aggressivem Cockney-Akzent und trifft auf hämmernde Gitarren und einen pulsierenden
Sub-Bass. Modesteps signature sound bleibt stets präsent, ob bei den hochfliegenden vocals von „Make You Mine“ oder den mechanischen Samples die „Machines“ durchlöchern und zeigt eine Band, die stets nach vorne drängt, sich nie mit Erreichtem bescheiden würde.
“Still merging the abrasive sounds of metal and electronic music with the smooth and soaring vocals of Josh Friend, Modestep have reintroduced themselves by redefining their own unique status as the forward thinking sound of 2015. With ‘London Road’, the band are set to push even further towards the cutting edge of not only the electronic scene, but also to the forefront of rock music’s upper echelon.” (Listen Up).
Das Jahr 2015 wird Modestep auf vielen Festivalbühnen sehen – in unseren Breiten sind bislang u.a. Auftritte bei Rock am Ring/Rock im Park bestätigt. Label/Vertrieb: Max Records / INgrooves / Rough Trade, IRSC USQY51530107.

 

White Hills, Walks for MotoristsWhite Hills,
Walks for Motorists

Läuft in der kulturbote.de-Redaktion rauf und runter - energetische Mischung aus Fuzz, Krautrock, Stoner und Psychedelic.
Ego Sensation und Dave W. – besser bekannt als White Hills – veröffentlichen haben jetzt im April ihr neues Album “Walks For Motorists” auf Thrill Jockey Records. Das Fuzz Rock und Psychedelic Rock Duo aus New York City setzt auf dem neuen Album stark auf Groove und Rhythmus, sowie Präzision beim Songwriting. Aufgenommen wurde “Walks For Motorists” in Wales, gemeinsam mit dem eher auf elektronische Musik spezialisierten David Wrench, der als Produzent und Mixer bereits mit Bear In Heaven und Caribou zusammenarbeitete. Es ist das erste Album der White Hills, das nicht in New York City aufgenommen wurde.
White Hills, Walks for Motorists, Thrill Jockey/ Rough Trade.

 

Herbert Pixner ProjektHerbert Pixner Projekt & Charly Rabanser,
Schnee von gestern

Ein mitreißendes Doppelalbum, für die Festtage, aber auch sonst für besinnliche Zeiten.
Mit "Schnee von gestern" (2CD / Audio-CD plus Hörbuch sowie als Download ab dem 05. Dezember erhältlich) verwirklichten Herbert Pixner und Charly Rabanser einen langgehegten Wunsch eines gemeinsamen Weihnachtsalbums. Die zwei Querdenker, der Eine ist Charly Rabanser aus Neukirchen am Großvenediger im österreichischen Oberpinzgau - Schauspieler, Texter und Programmchef im gemeindeeigenen Kulturtempel, dem „Cinetheatro“ und der Andere, Herbert Pixner aus Walten im Passeiertal in Südtirol - mittlerweile Wahl-Innsbrucker, Musiker, Komponist und Lebenskünstler haben in der Vergangenheit schon einige gemeinsame Konzert- und Theaterprojekte verwirklicht z.B. zwei Adventprogramme ("Still" und "Weihrauch") oder das Bluesical "Stirb langsam, Brandner!" u.v.a.m.
Mit "Von Römern, Jesus und 3 Königen" hinterfragt Charly Rabanser auf diesem Album in Form eines Hörbuches ironisch-satirisch die Weihnachtsgeschichte. Herbert Pixner (Diatonische Harmonika, Klarinette, Trompete, Flügelhorn, Saxophon) versuchte auf dieser CD zusammen mit seinen Musikern vom Herbert Pixner Projekt (Manuel Randi - div. Gitarren, Heidi Pixner - Volksharfe und Werner Unterlercher - Kontrabass) musikalisch ein unverkitschtes "Ganzjahres-
Weihnachtsalbum" zu kreieren.
Diese Special 2 Disc Edition mit CD und Hörbuch verspricht wieder mal Musik im gewohnten Pixner-Stil und einer nicht alltäglichen Weihnachtsgeschichte! Schnee von gestern –
ganz bestimmt nicht!
Herbert Pixner Projekt & Charly Rabanser, Schnee von gestern (Doppel-CD / Audio-CD plus Hörbuch sowie als Download). Label: Three Saints Records - Vertrieb: Fragmento/Alive – LC 23701, EAN: 4042564155709. Web: www.herbert-pixner.com.

 

Bill Frisell, Guitar in the Space AgeBill Frisell,
Guitar in the Space Age!

Diesmal zwei Alben der Woche – macht nichts, muss sein. Bill Frisells Trip in die Vergangenheit ist ein Meisterwerk, die schnörkellose und inspirierende Wiedergeburt von Hits der 50er und 60er Jahre.
Bill Frisell wendet sich wieder der Musik zu, die einst seine Fantasie beflügelte. „Im letzten Frühjahr wurde ich 63, und nach über 50 Jahren war für mich die Zeit gekommen, erneut jene Musik zu spielen, die mich in meiner Jugend prägte. Bei GUITAR IN THE SPACE AGE! schwelge ich aber nicht in Nostalgie, sondern mache deutlich, dass man nie auslernt und ein festes Fundament braucht.“ So Bill Frisell, der als Meister der Klangfarben Kultstatus genießt. „Auf diesem Album erklingen einige Musikstücke, mit denen ich in den 50er und 60er Jahren groß geworden bin. Die Geschichte ist allgegenwärtig. Sie ist reich an Facetten und Entwicklungslinien. Die Dinge sind ständig im
Fluss. Wenn ich Jimmy Bryant zuhöre, weiß ich, dass er Charlie Christian gehört haben muss, die Ventures kannten den Klang von Chet Atkins, und der wiederum hat Johnny Smith gehört. Das Ganze ist wie ein Kaleidoskop. Wenn man sich einem Musikstück zuwendet, wird man sofort an all diese Zusammenhänge erinnert. Das funkelnde Kaleidoskop überstrahlt alle Worte, mit denen man diese Musik einzugrenzen versucht.“
Als Babyboomer, der in den 50er und 60er Jahren aufwuchs, erkundet Frisell in GUITAR IN THE SPACE AGE! zusammen mit seinen langjährigen Partnern Greg Leisz (Gitarre), Tony Scherr
(Bass) und Kenny Wolleson (Schlagzeug und Vibraphon) ein Repertoire, das inhaltlich und klanglich zweifellos autobiografische Elemente aufweist. „Alles erwächst vor allem aus meiner Liebe zu dieser Musik und meiner Zuneigung zu diesen Kollegen. Mir geht es darum, zu lernen und immer tiefer in die Musik einzudringen, herauszufinden, wo wir herkommen.“
Bill Frisell, Guitar in the Space Age!, CD-OKeh /Sony Music Nr.: 88843074612 (CD).

 

Prince_AOA_Cover_lowresPrince ist zurück und -
das mehr denn je
ART OFFICIAL AGE & PLECTRUMELECTRUM

Zwei neue Prince-Alben an einem Tag: eine einzigartige Gelegenheit, die so vielfältigen musikalischen Talente des amerikanischen Megastars zu genießen. ART OFFICIAL AGE und PLECTRUMELECTRUM bieten nämlich zwei völlig unterschiedliche Hörerlebnisse.
ART OFFICIAL AGE heißt sein neues Soloalbum, welches durch und durch ein echtes Prince-Album ist - produziert, arrangiert, komponiert und eingespielt von Prince und Joshua Welton. Das Album begeistert mit einer modernen Mischung aus Soul, R&B und Funk, mit unmittelbar eingängigen Melodien und verführerischen Texten, und über allem die sich über alle Stimmlagen behauptende, unnachahmliche Stimme von Prince himself. Prince_3EG_Cover-FULL_lowresSeit 2013 tritt Prince mit dem weiblichen Trio 3rd Eye Girl auf, jetzt wurde es Zeit, die Zusammenarbeit auch auf Platte zu bannen. PLECTRUMELECTRUM heißt das Album, das Prince zusammen mit Ida Nielsen (Bass), Hannah Ford-Welton (Drums) und Donna Grantis (Gitarre) eingespielt hat; live und analog aufgenommen ist die Platte ein elektrisierendes Funk-Rock-Plädoyer. Einige der auf PLECTRUMELECTRUM enthaltenen Tracks wurden unter anderem bei den diesjährigen Hit-&-Run-Shows im Vereinigten Königreich aufgeführt; The Guardian sagte über diese bahnbrechenden Auftritte an geschichtsträchtigen Orten: "Das sind Auftritte einer der größten Funk-Rock-Bands aller Zeiten."
Prince ist einer der größten Musiker unserer Zeit, was sieben Grammys, zwei Grammy Hall of Fame Awards, die Aufnahme in die Rock’n’Roll Hall of Fame, ein Golden Globe, ein Oscar, unzählige Gold- & Platin-Awards und weltweit über 100 Millionen verkaufte Alben eindrucksvoll belegen. 2014 bestätigt Prince nun erneut als einen der weltweit innovativsten Künstler, der weiterhin seine treuen Fans begeistert und gleichzeitig ein ganz neues Publikum für sich gewinnt.
Prince, ART OFFICIAL AGE & PLECTRUMELECTRUM, Warner Music.

 

Shamans Harvest_Cover Smokin_500_2Shaman’s Harvest, Smokin’ Hearts And Broken Guns

Album der Woche – das sagt doch wohl alles!
Nur wenige Bands besitzen die Stärke die Herausforderungen zu meistern, die Shaman’s Harvest auf ihrem eindrucksvollen Weg zum Erfolg gestellt wurden. Das Quartett aus Missouri gab ihre Vision nicht einmal dann auf, als Sänger Nathan Hunt während der Aufnahmen zu „Smokin‘ Hearts & Broken Guns“ an Krebs erkrankte. Die langjährigen Weggefährten blicken weiter optimistisch in die Zukunft und zweifellos ist nun auch endlich das Schicksal auf ihrer Seite.
Die Geschichte von Shaman’s Harvest begann im Mittleren Westen Amerikas, genauer gesagt in Jefferson City, Missouri. Bassist Matt Fisher und Sänger Nathan „Drake“ Hunt gründeten die Band gemeinsam mit Gitarrist Josh Hamler und bilden bis heute deren Herzstück. „Drake und ich haben gemeinsam eine Menge Höhen und Tiefen erlebt.“, erinnert sich Fisher. „Doch all unsere unterschiedlichen Ansichten verlieren sich in der Musik. Seit dem Moment, als ich ihn im August 1996 zum ersten Mal traf, bin ich davon überzeugt, dass er eines von jenen Ausnahmetalenten ist, denen man nur einmal im Leben begegnet.“ Sein Kollege und Gitarrist Josh Hamler pflichtet ihm bei: „Nates Stimme ist ein Geschenk, eine von der jeder Sänger nur träumen kann. Er geht sehr künstlerisch ans Songwriting heran und selbst die einfachsten Stücke klingen durch ihn einzigartig.“ Über die Jahre hinweg hat sich eine Mischung aus Vertrautheit und Geborgenheit zwischen dem Trio entwickelt. „Gemeinsam können wir etwas komplett Neues zusammen spielen, ohne dabei nachdenken zu müssen.“, fügt Hunt hinzu. „Wir wissen einfach, worauf es ankommt. Josh und Matt sind die Seele dieser Gruppe.“
Die Drei wuchsen nicht nur gemeinsam auf, sondern teilten Träume und wurden im Herzen Amerikas zu Männern. „Es ist großartig, in Missouri zu leben. Obwohl ich in meiner Jugend oft umgezogen bin, ist es meine Heimat. Es liegt ein gewisser Charme in der Härte von uns Mittelwestlern. Wir arbeiten hart, machen Babys und trinken zu viel.“, lacht Hunt. „Doch wir haben keine Angst davor, noch einmal von vorne anzufangen, selbst wenn Du von Gott persönlich bestraft wirst. Wir werden vom Wind inspiriert, der über die Weizenfelder bläst oder von dem Nebel, der von den Flüssen an einem Sommermorgen aufsteigt. Wenn etwas kaputt
ist, reparieren wir es entweder oder tragen es in unseren Garten und nennen diesen Haufen dann „Kunst“. Es gibt genug Musiker in New York und Los Angeles. Da brauchen sie nicht noch vier von unserer Sorte. Hier haben wir unseren Freiraum.“ Auf ihren ersten drei Alben „Last Call For Goose Creek“ (1999), „Synergy“ (2002) und „March Of The Bastards“ (2006) fanden Shaman’s Harvest zueinander und formten ihren Sound. Mit dem vierten Album „Shine“ (2009) feierten sie ihren Durchbruch. Die Single „Dragonfly“ landete auf Anhieb auf Platz 16 der Billboard Active Rock sowie auf Platz neun der Mainstream Radio Rock Charts. Sie verkauften unzählige Singles und zehntausende Alben. Bis heute wurde das Video von „Dragonfly“ über
2,3 Millionen Mal auf YouTube angeklickt und war außerdem im WWE-Filmdrama
„Legendary“ zu hören.
Beflügelt durch diesen Erfolg schrieben Shaman’s Harvest die Einzugshymnen für die
WWE-Kämpfer Drew McIntyre („Broken Dreams“) sowie für Wade Barett und The Corre („End Of Days“). Ein weiterer Song, „Anger“, landete auf dem Soundtrack des Horrorfilms „No One Lives“. Auf „Shine“ tauchte zum ersten Mal der Name von Ryan Tomlinson auf, der ebenfalls in Jefferson City aufgewachsen und von seinem Vater, einem aktiven Bluesgitarristen, großgezogen worden war. “Shaman’s Harvest war die große Band in unserer Stadt.“, so der Leadgitarrist. „Ich besuchte eine CD Release Show im Blue Note, als ich 15 Jahre alt war. Ihr Sound haute mich völlig um und ich träumte davon, eines Tages mit ihnen auf dieser Bühne zu spielen oder zumindest eine Show für sie zu eröffnen. Die Musikszene in Jefferson City ist klein und so schloss ich nach und nach Freundschaft mit ihnen. Eines Tages bot Nate mir an, ihm bei Demoaufnahmen zu helfen. Während dieser Sessions entstand der Track „Shine“. Er fragte mich, ob ich einige Slide-Riffs mit einer Talkbox dafür einspielen könnte. Das war das Größte für mich.“ Kurz darauf verließ das Gründungsmitglied und Nathans jüngerer Bruder Adam Hunt die Band, um sich auf seine Familie zu konzentrieren. Als die Veröffentlichung von des Albums näher rückte, fragten die drei verbliebenen Mitglieder Tomlinson, ob er bei ihrer CD Release Party im Blue Note in Columbia einspringen wolle. Es dauerte nicht lange, bis die Band auf Tour ging, nach New York flog um vor Plattenfirmen und großem Publikum zu spielen und einen Hit im Radio hatte. Tomlinson wurde während dieser Zeit 21 Jahre alt und damit das offizielle vierte Mitglied von Shaman’s Harvest. Hamler konstatiert liebevoll: „Ryan ist das Yin zu meinem Yang. Er ist viel erwachsener als es sein wirkliches Alter glauben lässt. Er ist in die Fußstapfen seines verstorbenen Vaters Dale "Soup Kitchen" Sapp getreten. Es macht Spaß, ihn performen zu sehen und mit seiner Gibson Les Paul mutiert er im Studio zum einem richtigen Biest.“ Doch bei den Vorbereitungen zu ihrer nächsten CD „Smokin‘ Hearts & Broken Guns“ wurde bei Nathan Hunt Kehlkopfkrebs diagnostiziert. „Während der Aufnahmen hatte ich fürchterliche Halsschmerzen.“, erzählt der Sänger. „Sie fanden einen Knoten in meinem Hals, der sich als bösartiger Tumor erwies. Es war ein sehr seltener, aggressiver Lymphkrebs. Ich erfuhr davon auf dem Weg ins Studio war wusste sofort, dass ich damit mental nicht fertig werden würde. Deswegen ging ich ihn dieser Platte völlig auf und verpflichtete mich selbst dazu, nicht auch nur einen einzigen Tag der Aufnahmen zu verpassen. Ich wusste nicht, ob dies mein letztes Album sein würde, also ging ich zur Behandlung, fuhr dann ins Studio und wieder zurück zu meinen Ärzten. Meine Gesangslehrerin Juliet Jackson war mir dabei ein große Hilfe. Sie brachte mir bei, meine Stimme zu manipulieren, um die Sessions am Laufen zu halten. Jeder geht anders mit Krebs um. Es gab eine Zeit, in der ich mich sehr allein fühlte und auf einigen Songs hört man das deutlich. Doch es gab auch Zeiten, in denen ich die überwältigende Liebe meiner Bandkollegen und der Leute, die für mich da waren, spürte. Das war mein Glück. Es war die beste Therapie der Welt!“
„Smokin‘ Hearts & Broken Guns ist nicht nur rein in seinen Gefühlen und Emotionen, sondern auch von Song zu Song verschieden. Manchmal wirken sie cineastisch, mal wie ein
Erinnerungs-Flashback, im nächsten Moment spiegeln sie die einfachen Erfahrungen des Lebens wider. „Ob die Leute nun den Highway runter fahren, bei der Arbeit sind oder Sex haben, diese Songs sollten der Soundtrack dazu sein.“, erklärt Hunt. „Die Fans werden die Diversität der Songs zu akzeptieren wissen und die Band nicht einfach in eine Schublade stecken, ob es nun ein rockiges Riff wie bei „Here It Comes“ oder ein dunkles, emotionales Stück wie „Ten Million Voices“ ist. Nach dem Ende der Aufnahmen war klar, dass die Band ein Album ohne den typischen Rockstempel geschaffen hatte. Der einfache, AC/DC-lastige Groove von „Dangerous“ schmiegt sich sanft an die Seite des stampfenden Südstaatenrhythmus von „Blood Inf The Water“. „Here It Comes“ beschreibt Hunt als eine „schmierige Jamsession mit sexy Harmonien und kraftvollen Riffs über einen armen Bastard, der sich in eine Prostituierte verliebt hat“. „Country As Fuck“ hingegen ist ein glühender Bluessong. „Es ist ein dummer Midwestern-Text, der im Grunde nur sagt: ‚Wenn Du nicht verdammt noch mal country bist, dann fick Dich!‘“ Der gemeinsame Lieblingssong des Quartetts ist jedoch „In The End“, das erste Stück, das Hunt während seiner Behandlung eingesungen hatte. „Es hat mich in meinem Glauben bestärkt, dass ich mein Werk vollenden kann. Das war ein sehr emotionaler Moment für mich und bin davon überzeugt, dass die Zuhörer das spüren werden. Wir sind noch lange nicht am Ende!“
Shaman’s Harvest, Smokin’ Hearts And Broken Guns
VÖ: 19.09.2014 durch Mascot Label Group / Rough Trade
www.shamansharvest.com.

Tracklisting:
1. Dangerous
2. Here It Comes
3. Ten Million Voices
4. Blood In The Water
5. The End Of Me
6. Country As Fuck
7. Hero
8. Dirty Diana
9. In The End
10. In Chains
11. Silent Voice
12. Dragonfly (Extended Unplugged Version).

 

Foals_1Foals, Holy Fire

Geniales Album. Das heilige Feuer brennt!
Die ersten beiden Alben "Antidotes" (2008) und "Total Life Forever" (2010) katapultierten Foals in ihrer Heimat UK locker in die Top 10, nun begeistert das dritte Album einer der aufregendsten und großartigsten Indie-Bands unserer Tage: "Holy Fire" ist das dritte Album der Band aus Oxford. Es wurde in London aufgenommen und von Flood & Moulder (u.a. Smashing Pumpkins, PJ Harvey, Nine Inch Nails, The Killers) produziert.
Mehr Infos unter www.foals.co.uk.

 

 

GoldenEarringGolden Earring, Tits‘n Ass

Gute Scheibe, die mit jedem Anhören besser wird – deswegen läuft sie auch in der Redaktion rauf und runter. Und deswegen ist sie auch die
CD der Woche.

Die Bandgeschichte geht mehr als 50 Jahre zurück: Golden Earring wurde 1961 in den Haag gegründet und gilt als einer der wichtigsten europäischen Rockbands aller Zeiten. Mit ihrem melodischen Rock hatten sie mit „Radar Love" 1973 international ihren Durchbruch: die Single erreichte in Deutschland Platz 5 in den Charts. Mit Musikerkollegen wie Santana, Led Zeppelin, Aerosmith, Rush, Kiss, The Doobie Brothers,
Eric Clapton, Pink Floyd und The Who hatten sie über die Jahre gemeinsame Auftritte oder Tourneen. Jetzt sind die mittlerweile nicht mehr ganz jungen Herren mit ihrem neuen Album „Tits'n Ass" zurück und sie beweisen mal wieder mit welcher Energie (und Libido!) sie das Classic Rock-Genre verkörpern. Und wie authentisch und zeitlos ihre Musik auch heute ist. Auch wenn das letzte Studio-Album fast 10 Jahre zurück
liegt, ist die Band nie vom Rock-Radar verschwunden. Sänger und Gitarrist George Kooymans betont: „Als Band hast du nur das Recht zu existieren, wenn du auch kreativ bleibst, Songs schreibst und dich selbst neu erfindest. Es ist wichtig stets an der Musik weiter zu arbeiten, sonst mutierst du zu einer Art Jukebox. Kommt es so weit, ist es höchste Zeit aufzuhören und das möchten wir nicht!"
Das Album wurde vom legendären Chris Kimsey aufgenommen und koproduziert, dessen jahrelange Zusammenarbeit mit den Rolling Stones ihn unsterblich gemacht hat. Kooymans:
„[Chris] hat viel mehr beigetragen als nur Regler hin und her zu schieben ... u.a. hat er Tipps für Arrangements gegeben".Ein Foto von der italienischen Filmlegende Sophia Loren war die Inspiration für das Cover-Motiv, das auch Ähnlichkeiten mit der erotischen 50s Pin-Up-Girl Bettie Page hat. Die Band hat sowieso eine Vorliebe für Pin-Ups, wie die Cover ihrer „Naked"-
Trilogie zeigten. Der testosterongeladene CD-Titel „Tits’n Ass" hat ein doppelte Bedeutung: der Spruch heißt in Amerika so etwas wie ‚qualitativ erste Sahne‘. Und das trifft zu! Auch heute macht es viel Spaß, die Herren von Golden Earring zuzuhören.
Golden Earring, Tits‘n Ass, Universal Music, Kat.Nr. Physisch/Digital: 06025 3702340 0.

 

Tim HardinReason To Believe –
The Songs Of Tim Hardin

Es gibt sie immer wieder: Musiker, deren künstlerischer Einfluss deutlich größer war als ihr kommerzieller Erfolg. Die, deren Namen vielleicht nicht so bekannt sind, die aber auch heute noch die Herzen von Musikliebhabern- und sammlern höher schlagen lassen. Weil sie einfach genial sind.
Unzählige Künstler coverten Songs des begnadeten Singer/Songwriters Tim Hardin und verkauften zum Teil Hunderttausende Platten. Seine eigenen Platten dagegen gingen in Deutschland in den letzten zehn Jahren weniger als 5.000 mal über den Ladentisch. Alle zusammen. Mit "A Reason To Believe - The Songs Of Tim Hardin" (Vö 01.02.2013) widmet sich das englische Label Full Time Hobby einem Künstler, der nicht vergessen werden darf. “So many people's entry point to Tim has been through cover versions,” sagt Full Time Hobby's Nigel Adams, der diese Veröffentlichung verantwortet. “It felt fitting to bring his songs up to date with contemporary artists approaching his music with the hope listeners would then go beyond the well known and dig into some of the wealth of songs he wrote and recorded”. Mit dieser Kopplung beweisen unsere Freunde von Full Time Hobby einmal mehr ihre musikalische Kompetenz und Stilsicherheit. Großartige aktuelle Künstler wie Okkervil River, Mark Lanegan oder Diagrams erweisen Tim Hardin ihre Referenz und zeigen, dass Songs wie „If I Were A Carpenter“, „How Can We Hang On To A Dream“ oder eben „Reasons to Believe“ nichts von ihrer Faszination und Perfektion verloren haben.

BCC_Afterglow_Cover_500Black Country Communion, Afterglow

Geniales Album - diese Scheibe wird Geschichte schreiben, wie alles, was Black Country Communion anpacken.
Als Glenn Hughes im Herbst 2009 die neue Supergroup Black Country Communion formierte, hatte er eine klare, eindeutige Vision: „Ich wollte eine Band, mit der ich für mich und für viele Fans wieder die Tür zum Rock´n`Roll aufstoße. Eine Band, bei der jeder Ton, jedes Arrangement durch und durch organisch klingt, die für die Bühne geradezu prädestiniert ist und dabei mühelos auf einem technisch hohen Niveau spielen kann.“ Mit Joe Bonamassa (Gitarre, Gesang), Jason Bonham (Schlagzeug) und Derek Sherinian (Keyboards) fand Hughes (Gesang, Bass) die perfekte Besetzung für sein Vorhaben. Seither eilen Black Country Communion von einem künstlerischen Höhepunkt zum nächsten. Der neueste Meilenstein in der noch jungen Karriere dieser aufsehenerregenden Rockgruppe hört auf den Namen AFTERGLOW und demonstriert über elf kraftstrotzende Rocknummern ihr ungeheures Potential. Hughes: „Dies ist ein Album voller Hymnen, mit großen Gefühlen, herzzerreißenden Dramen und leisen Momenten, ein Werk, das mir und vielen Anderen einen frischen Blick aufs Leben gibt.“
Drei Jahre sind seit Bandgründung vergangen, drei Jahre, in denen sich Black Country Communion durch zwei überragende Studioalben und eine rasante Live-Scheibe/DVD bereits unsterblich gemacht haben. Die Messlatte, an der sich diese Gruppe nach den überaus erfolgreichen Veröffentlichungen BCC I (2010), BCC II und LIVE OVER EUROPE (beide 2011) fortan also messen lassen muss, ist hoch aufgelegt. Doch mit ihrem neuen Wurf AFTERGLOW übertreffen Hughes, Bonamassa, Bonham und Sherinian das selbst gesetzte Ziel mühelos und meißeln ihre Ausnahmestellung im aktuellen Musikgeschehen in Stein. Hughes: „Unsere erste Scheibe entstand in kürzester Zeit, sehr spontan und vor allem von der großen Euphorie einer brandneuen Gruppe getragen, während BCC II schon deutlich reifer und in sich homogener war. Man konnte hören, dass wir bereits ein paar Mal gemeinsam auf der Bühne gestanden hatten. Diese Richtung setzt AFTERGLOW fort. Ich finde, dass die elf neuen Songs klingen, als ob wir bereits mindestens 150 Konzerte gespielt hätten. In Wirklichkeit sind es jedoch bislang gerade einmal 40.“
Das ungeheuer vitale Flair, das AFTERGLOW durchzieht, liegt zum einen an den erdigen Kompositionen, die keinen Spielraum für überflüssige künstliche Spielereien lassen, sowie an ihrer gekonnten Umsetzung. Zum anderen aber auch an der Arbeitsweise dieser Band: Gemeinsam mit Produzent Kevin Shirley (Aerosmith, Dream Theater, Iron Maiden) verschanzten sich Black Country Communion im Aufnahmeraum und nahmen sämtliche Tracks quasi live im Studio auf. „Jeder Song wurde dreimal komplett durchgespielt, Kevin war immer mit uns zusammen im Aufnahmeraum und fungierte wie eine Art Dirigent. Er spürt sofort, wenn eine Version wirklich gelungen ist. Ich muss zugeben, dass ich ein Album brauchte, um sein Aufnahmekonzept zu verstehen, aber zu Black Country Communion passt es perfekt, da in dieser Band alle gut vorbereitet und spielerisch auf höchstem Niveau agieren.“
Dass die neue Scheibe – analog zu den zwei ersten Studioveröffentlichungen – nicht einfach schlicht BCC III sondern AFTERGLOW heißt, sieht Hughes als klare Botschaft an seine Fans: „Ich erklärte meinen drei Bandkollegen: Manche Schlachten gewinnt ihr, diese jedoch gewinne ich, denn ich will das neue Album unbedingt AFTERGLOW nennen. Einerseits um es stärker von BCC I und BCC II abzugrenzen, andererseits aber auch um den Fokus auf den Titelsong zu stärken, der mir besonders am Herzen liegt. Auf das Stück ´Afterglow` bin ich besonders stolz, denn es verbindet meine unterschiedlichen Gesangsstile miteinander und klingt so, wie ich später einmal in Erinnerung bleiben möchte.“

[Titelseite] [Kalender 2016] [Bücher] [Musik] [Album der Woche] [Alternative] [Rock & Pop] [Rockklassiker] [Blues] [Jazz] [Folk & Country] [Heimatklänge] [Chanson] [Klassik] [Archiv] [Filme] [Computerspiele] [Spiele] [Veranstaltungen] [Archive] [isarbote.de] [Impressum]