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Rockklassiker
SAHARA rockt das Interim

SAHARA rockt das Interim.

SAHARA mit Special-Guest Günter Moll

SAHARA mit Special-Guest Günter Moll.

Begeisterte Fans

Begeisterte Fans.

Fotos: M. Baus / artrock-pics / Agentur Angelos / HJ Suessmeier / Ariola / D.Broomery / Subject Esq. /
U. Wissnet

The Lost Tapes auf Platz 1 der Album-Reissue-Charts!
50-jähriges Bühnenjubiläum
der Münchner Kultband SAHARA!

Von D.Broomery
Unglaublich und sensationell: SAHARA begeistert seit nunmehr 50 Jahren Musik-Fans aller Couleur und das musste natürlich gebührend gefeiert werden! Natürlich im INTERIM in Laim, wo denn auch sonst. Schließlich hat in München-Laim ja 1965 alles angefangen, als ein paar beatbegeisterte Münchner Jungs beschlossen, wir wollen auf Bühne und Musik machen wie die Beatles. Ja, wenn schon – denn schon: kein Anspruch war zu hoch. Bald war auch der richtige Band-Namen gefunden: The Subjects. Harry Rosenkind, Michi Hofmann und Stephan Wissnet legten los. Zuerst im Dachgeschoß Michi Hofmanns Elternhaus, dann im legendären Waldheim.
„Ja, die waren echt toll“, erinnert sich Ernest Kiener und bekommt heute noch feuchte Augen, wenn er von der ‚wilden Waldheim-Zeit’ erzählt. „Hollies, Kinks, Stones und natürlich die Beatles, das waren unsere Idole und die SUBJECTS hatten alle Songs perfekt drauf“. Aber auch eigene Stücke hatten die Laimer Jungs im Repertoire. Aber nicht nur an den Arrangements wurde lange gefeilt, berichtet Michi Hofmann, vor allem der Song-Titel war wichtig und musste gut klingen, ergänzt Harry Rosenkind. Wie wahr: Man stelle sich nur vor Paul McCartney hätte es bei „Yesterday“ beim ursprünglichen „Scrambled Eggs“ - also
„Rührei“ - belassen, nein, lieber nicht. Ähnliche Gedanken mögen der Band wohl auch durch den Kopf gegangen sein und so wurde die Option „Suppenjects“ als Bandname schnell wieder verworfen. Zu Zeiten der neuen Deutschen Welle hätte der Name sicher funktioniert, aber in den 60er Jahren nicht, da musste alles UK-affin klingen. Dementsprechend fügte man sich „Esquire“ dran und nannte sich „SUBJECT ESQ.“ Nach dem Gewinn eines Beat-Wettbewerbs im Löwenbräukeller im September 1968 wurden "SUBJECT ESQ." in den nächsten Jahren zu einer festen Größe in der Münchner Progressiv-Rock-Szene, mit eigenen Kompositionen und einem unverwechselbaren, eigenständigen Stil.
Alles lief prima und als eine der ersten Münchner Bands erhielt Subject Esq. eine Schallplattenvertrag bei CBS. Wer heute noch eine Exemplar ihrer ersten Debüt-Vinyl-LP mit dem schlichten Titel „Subject Esq.“ in seinem Plattenfundus hat, kann sich glücklich schätzen, werden doch auf Auktionen dafür bisweilen gute dreistellige Beträge geboten. Als im Herbst 1972 Hennes Hering (Ex-Out of Focus) an der Hammondorgel und Nick Woodland (Ex-Gift) als Leadgitarrist die Band erweiterten, nannte man sich fortan SAHARA und nahm für Ariola das zweite Album „Sunrise“ auf. „For all the Clowns“ war der dritte Geniestreich der Band und nun stürmt mit „The Lost Tapes“ das vierte Album der Band sogar auf Platz 1 der Album-Reissue-
Charts. „Wir nach 50 Jahren die No.1 und sogar noch vor den Beatles. Einfach Wahnsinn“, so Harry Rosenkind, „das muss gefeiert werden!“ Ja - und zwar richtig! Selbstredend, dass SAHARA ins Interim, quasi dem eigenen Wohnzimmer, zur großen Geburtstags-Party geladen hatte und wie immer waren beide Konzerte ausverkauft. Wer sich nicht rechtzeitig im Vorverkauf sein Ticket besorgt hatte, wurde wieder mal schmerzlich an die Michael Gorbatschow-Weisheit erinnert: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! Zwei tolle Konzerte, prima Stimmung, großartiger Sound, Progrock vom Feinsten –
alles unwiederbringlich vorbei.
Einmal mehr zu erleben: ‚Sahara’ eine Band, so unverwüstlich wie der Sound der 1970er-Jahre. Virtuos, lyrisch und reich an Improvisationskunst. Sahara ist und bleibt d a s Münchner Flaggschiff progressiver Rockklänge, der Fixstern am Münchner Rock-Himmel und das seit nunmehr 50 Jahren! Der Sound, höchst abwechslungsreicher Progrock mit Hammondorgel und tollem mehrstimmigen Gesang brachte das Feeling der 70er sofort zurück - stilecht und authentisch. Gleich der über 20 Minuten lange Opener „Mountain King“ haute richtig rein und zeigt wo es lang geht. Mal rough („Take Me To The Fireside"), mal melodiös („Sunrise") oder schwebender, groovender Hippie-Rock („Moon") – egal ob Subjects-Frühwerk oder Sahara-
Klassiker, das Repertoire begeistert nicht nur die Progrock-Fangemeinde. Natürlich durfte der sich selbsterklärende Track „Two Stones“ – eine kleine Verbeugung vor Alex Pittwohn (war für die beiden Geburtstags-Konzerte wieder dabei) – nicht fehlen. Mein Favorit aber ist und bleibt das orchestrale „Marie Celeste“! Elegisch schön von Hennes Hering arrangiert, kam gleich auch noch etwas „Out-of-Focus“-Feeling auf, das sich noch steigerte als Special-Guest Günter Moll (lead-git. bei „All the Clowns“) auf die Bühne kam und sich mit Nick Woodland einen spannenden Gittarren-Soli-Wettlauf lieferte. Echt Klasse auch, was Tonmeister Uli Eisner wieder für einen Super-Sound ins Interim gezaubert hatte. Wenn es so etwas wie den „Goldenen Mischpult-Schieber“ gäbe, spätestens seit dem perfekten Sound der beiden
Sahara-RIO-Konzerte im April 2014 würde Uli diesen Award zuhause stehen haben.
Sicher hätte auch ein anderer Ex-Subjects-Gitarrist gerne zu 50-Jährigen Bühnenjubiläum gratuliert, doch leider war dies Paul Vincent (Lead-git. beim Debüt-Album) nicht mehr
vergönnt – sein plötzlicher Tod einige Tage zuvor war für die gesamte Sahara-Gemeinde ein Schock. Lieber Paul: R.I.P. – „Alone“ vom der ersten Subject-Album, extra ins Programm aufgenommen, war Dir gewidmet und alle guten Gedanken waren bei Dir! Zum Schluss gab’s noch furioses „Mammon“-Feuerwerk - doch auch das längste Sahara-Stück ist einmal zu Ende und so war denn nach 21:33 Minuten auch die letzte Zugabe zu Ende und das Geburtstags-Fest vorbei, ließ aber überaus glückliche Fans zurück. „Wow, das war toll“, freut sich Hejott Süssmeier (Humusu-Management) „und 2016 ein besonders geniales SAHARA-Jahr: Spitzenreiter in den Reissue-Charts, 50-jähriges Bühnen-Jubiläum, alle Band- und
Crew-Mitglieder wieder fit und obenauf – was will das Münchner Progrock-Herz mehr!“
Dem ist nichts hinzuzufügen.

Danke-Sahara-für-50-Jahre-Crew

Die glückliche SAHARA-Crew feiert 50. Bühnenjubiläum - und alle sagen DANKE.

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Full House im Interim.

The Subjects FZH Laim 100 dpi
Subjects-1972
SAHARA-Now
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The Subjects im FZH Laim.

Subjects 1972.

SAHARA Now.

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