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Auszeichnungen
Friederike Mayröcker. Foto: Andrea Pollak
Prof. Walter Hinderer und Friederike Mayröcker. Foto: Andrea Pollak

Prof. Walter Hinderer und Friederike Mayröcker. Fotos: Andrea Pollak

Friederike Mayröcker
erhält Horst-Bienek-Preis für Lyrik


Von Renée Rauchalles
Es ist der dritte Preis (neben zahlreichen bereits erhaltenen Preisen, u.a. den Großen Österreichischen Staatspreis), mit dem die literarische Arbeit der vielseitigen österreichischen Sprachkünstlerin Friederike Mayröcker innerhalb von elf Monaten gewürdigt wird: Am 27. Juni 2009 erhielt sie den mit 15.000 Euro dotierten Hermann-
Lenz-Preis für ihren Gedichtband "Scardanelli" (Suhrkamp Verlag, 2009), in dem sie in 40 Gedichten dem hymnischen Ton und den freien Rhythmen Friedrich Hölderlins folgt; am 16. Januar 2010 bekam sie den mit 10.000 Euro dotierten Peter-Huchel-
Preis für ihren Gedichtband "dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif" (Suhrkamp Verlag 2009), der u.a. auch sprachmächtige Bilder des Erinnerns an ihren im Jahre 2000 verstorbenen Herzgefährten und Dichter Ernst Jandl, mit dem sie seit 1954 befreundet war, enthält; und nun, am 18. Mai 2010 in München, überreichte ihr Dieter Borchmeyer, Literaturwissenschaftler und Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, den mit 10.000 Euro dotierten Horst-Bienek-Preis für ihr
lyrisches Gesamtwerk.

"Sie bringt die Worte zum Tanzen" sagte Prof. Walter Hinderer, der die Laudatio im vollgefüllten Saal der Bayerischen Akademie der Schönen Künste hielt und seine Faszination darüber ausdrückte, dass es der in ihrer Geburtsstadt Wien lebenden, seit Jahrzehnten überaus kreativen Schriftstellerin Friederike Mayröcker immer wieder gelingt, ihre bereits veröffentlichte Prosa und Lyrik durch neue Sprachschöpfungen zu übertreffen. Es sind Schöpfungen, die aus dem Bild heraus entstehen, denn Bilder sind es, die ihre Schreibprozesse auslösen: "Ich mache Bilder zur Sprache, indem ich ganz hinein steige in das Bild. Ich steige so lange hinein, bis es Sprache wird." Lebenserhaltung und Grenzüberschreitung ist ihr das Schreiben geworden, "ein Lehrmeister, bei dem sie viel über sich selbst, diesem Fremdling der Welt, die Natur, die Welt und über die Menschen erfährt".
Ihr erstes Buch mit dem Titel "Larifari" erschien 1956. Neben Lyrik und Prosa verfasste sie auch Erzählungen, Kinderbücher, Hörspiele und Bühnentexte. Die unglaublich produktive Schaffenskraft der Friederike Mayröcker ist nach wie vor ungebrochen. Begonnen hat sie ihre ersten poetischen Schreibversuche bereits in ihrer Kindheit auf einem schwarzen Flügel, an dessen Taille geschmiegt. So schwarz wie seit langem ihre Gewandung und ihre Haare, die ihr porzellanweißes Gesicht einrahmen wie ein Gemälde. Auch heute ist dieser Bösendorfer Flügel, der in ihrem Schreiberhäuschen - wie sie ihre kleine Wiener Zweizimmerwohnung nennt - die Hälfte ihres Arbeitszimmers einnimmt, ein wichtiges Mobiliar. Nicht etwa zum Bespielen, wie das ihre Eltern gerne gesehen hätten, sondern aus Pietätsgründen und als Ablagefläche für Unmengen von Notizzetteln und sonstigem Allerlei. Es gibt kaum eine Fläche, die nicht dafür genutzt wird, nur noch im Gänseschritt könne sie sich durch ihre mit "Unrat, Plunder und Kram" zugestopfte Zimmerumgebung bewegen, wo sie eigentlich nur noch Reste ihres Zimmers bewohnt. Dieser Rest ist vor allem der enge Platz, an dem sie allmorgendlich mit ihrer alten Schreibmaschine kommuniziert, auf der es kein scharfes s gibt, weshalb alle ihre Manuskripte mit sz geschrieben sind und so auch veröffentlicht werden.
Nie wollte sie, die zweieinhalb Jahrzehnte ungeliebterweise als Englischlehrerin an Wiener Hauptschulen tätig war, ihren Unterhalt mit Schreiben verdienen. Doch gerade der Brotberuf führte zu inneren Widersprüchlichkeiten, die in der wenigen Freizeit die Poesie aus ihr "herauspressten". Eine Poesie, die sie nach schwierigen Anfangszeiten inzwischen von einem Höhepunkt zum anderen, von einer Ehrung zur nächsten treibt. Schon am 1. Juni 2010 erwartet sie eine weitere: Gemeinsam mit der Bildenden Künstlerin Maria Lassnig, deren Bilder derzeit im Lenbachhaus-Kunstbau, Königsplatz 1, noch bis zum 30. Mai zu sehen sind, wird sie am dann in ihrer Heimatstadt zum Ehrenmitglied der Wiener Akademie der Schönen Künste ernannt. Hoffentlich bleibt ihr, trotz der vielen Ablenkungen vom Schreiben, noch genug Zeit für weitere magische Sprachfindungen.

Friedericke Mayröcker und Dieter Borchmeyer, Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Foto: Andrea Pollak
Renee Rauchalles und Friedericke Mayröcker. Foto: Andrea Pollak
Renee Rauchalles, Autorin, Malerin, Schauspielerin, Kevin Perryman, Lyriker und Verleger Babel Verlag, und Christel Fallenstein, eine enge Freundin von Friederike Mayröcker. Foto: Andrea Pollak
QuadroNuevo

Friedericke Mayröcker und Dieter Borchmeyer, Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Foto: Andrea Pollak

Renee Rauchalles und Friedericke Mayröcker. Foto: Andrea Pollak

Renee Rauchalles, Autorin, Malerin, Schauspielerin, Kevin Perryman, Lyriker und Verleger Babel Verlag, und Christel Fallenstein, eine enge Freundin von Friederike Mayröcker.
Foto: Andrea Pollak

Quadro Nuevo gewinnt ECHO Jazz

Das deutsche Erfolgsquartett Quadro Nuevo ist am 5. Mai bei der ECHO Jazz-Preisverleihung als „Live Act des Jahres“ ausgezeichnet worden.
Dies entschied eine vom Magazin Jazzthing durchgeführte Online-Umfrage. Die Musiker von Quadro Nuevo sind überwältigt. „Das ist für uns ein wunderbarer Beweis für die unvergleichliche Treue unseres Publikums und eine Bestätigung für die jahrelange kreative Zusammenarbeit mit unserem Management und unserem Label GLM Music“, so Mulo Francel, Saxophonist von Quadro Nuevo. Auch für Axel Stinshoff, Chefredakteur von Jazzthing „hat sich gezeigt, dass Quadro Nuevo sich mit ihren zahlreichen Tourneen inzwischen einen enorm aktiven und treuen Fankreis erspielt haben. Chapeau!“
Diese sensationelle Auszeichnung im Rahmen des wichtigsten deutschen Musikpreises bedeutet für das Instrumentalensemble einen weiteren Motivationsschub zur Fertigstellung der neuen CD „Grand Voyage“. Dieses Reise-Album mit Aufnahmen aus der ganzen Welt wird im Oktober 2010 auf dem GLM-Label Fine Music veröffentlicht und in einer umfangreichen Tour natürlich auch live präsentiert. Damit möchte sich Quadro Nuevo musikalisch für die kontinuierliche Unterstützung seitens der Fans bedanken, die entscheidend zur Auszeichnung mit dem ECHO Jazz beigetragen haben.
Quadro Nuevo sind: Mulo Francel: Saxophone, Klarinetten. D.D. Lowka: Kontrabass, Perkussion. Andreas Hinterseher: Akkordeon, Vibrandoneon. Evelyn Huber: Harfe, Salterio.

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