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Sachbuch

BombeSven Hannes, Die Bombe

Wieder aktueller denn je: Die Bombe von Sven Hannes – schockierend, spannend, souverän und (leider?!) auch
äußerst unterhaltsam.

Plötzlich ist der Einsatz von Atomwaffen wieder denkbar. Aber welche Bombentypen gibt es und was wissen wir über ihre unheimliche und faszinierende Wirkung? Acht Nationen haben
2.000 Nuklearsprengsätze zu Testzwecken gezündet. Diese Experimente werden hier ganz neu erzählt: als nationenübergreifende Wissenschafts- und Technologiegeschichte, die eine plastische Vorstellung dieser exotischen Sphäre liefert. In der Wissenschaftler, Militärs und Zulieferer mit haarsträubender Sorglosigkeit die Spirale des Schreckens immer weiter drehen. Der Variantenreichtum ihrer Versuche ist verblüffend, die Szenarien dahinter übertreffen düsterste Science-Fiction. Der Mythos dieser verborgenen Welt wird in diesem Buch mit großer Sachkenntnis und erstaunlichem Witz unterhaltsam entzaubert.
Sven Hannes, Die Bombe, Open House Verlag (www.openhouse-verlag.de), Hardcover,
304 Seiten, ISBN 978-3-944122-34-2, 25 Euro.

 

SF_1Gerd Ganteför, Heute Science Fiction, morgen Realität?
An den Grenzen des bekannten Wissens –
und darüber hinaus!

Wer wissen will, ob es irgendwann einmal „Supermenschen“ geben wird oder wir in der Zukunft Gedanken lesen werden können, der kann sich in Gerd Ganteförs unterhaltsamen und höchst informativen Sachbuch sehr aufregende
Antworten abholen.
In seinem Buch erläutert er die Grenzen der heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnis und wirft einen Blick über sie hinaus. So zeichnet er ein spannendes Bild möglicher naturwissenschaftlich-technischer Entwicklungen – von Reisen zu den Sternen über Energiequellen der Zukunft und Visionen der Biologie bis hin zu den Grenzen des Wissens. Die Visionen von heute könnten die Realität von morgen sein - die Naturwissenschaften werden auch in Zukunft die Grenzen der menschlichen Erkenntnis immer weiter hinausschieben!
Gerd Ganteför, Heute Science Fiction, morgen Realität?,
Wiley-VCH (www.wiley-vch-macht-neugierig.de), 234 Seiten, 50 Abb., Hardcover,
ISBN 978-3-527-33881-8, 24,90 Euro.

 

CrystalDavid Crystal, Das kleine Buch der Sprache

Kompetent, interessant, anekdotenreich und sehr unterhaltsam.
"Die Sprache erst macht uns zum Menschen", davon ist David Crystal überzeugt. In den vierzig Kapiteln seines Buches zeigt er die vielen Facetten des Phänomens Sprache auf. Seine Betrachtungen reichen von den ersten Worten eines Kleinkinds über literarische Sprache bis hin zu modernen Phänomenen wie Emoticons. Eine anschauliche, leicht verständliche Einführung in die Sprachwissenschaft.
David Crystal, Das kleine Buch der Sprache,
Atlantik (www.hoffmann-und-campe.de), 304 Seiten,
ISBN 978-3-455-70011-4, 22 Euro.

 

KommwieduwillstDas neue Frauen-Sex-Buch
Emily Nagoski,
Komm, wie du willst

In ihrem populärwissenschaftlichen Standardwerk Komm, wie du willst macht sich die Sexualwissenschaftlerin Emily Nagoski an die große Aufgabe, mit sämtlichen überholten Vorstellungen darüber aufzuräumen, wie Frauen fühlen und begehren, und den Weg frei zu räumen für ein echtes, fundiertes Verständnis von weiblicher Sexualität.
Sex ist dann erfüllend, wenn wir unseren Körper kennen und wissen, was wir wollen. Emily Nagoski hilft mit so verständlichen wie verblüffenden Erklärungen auf Basis neuester wissenschaftlicher Studien, wie wir unseren Körper endlich verstehen lernen. Denn anders als bei Männern sind bei Frauen die anatomischen Unterschiede sehr viel größer – jede Frau empfindet anders und reagiert individuell auf sexuelle Reize. Und Sex hat immer einen Kontext: Alltag, Probleme, Stress spielen eine Rolle, wenn es um Erregung, Lust und Orgasmus geht. Mit diesem Buch findet jede Frau zu ihrer eigenen Sexualität, mit der sie sich wohl fühlt und sich identifizieren kann. So wird Sex zum wahren Vergnügen!
Emily Nagoski, Komm, wie du willst, Knaur Verlag (www.droemer-knaur.de), Hardcover,
496 Seiten, ISBN 978-3-426-65555-9, 19,99 Euro.

 

Maria Antas, Wisch und WegMaria Antas, Wisch und Weg -
Ein Buch über das Putzen

Maria Antas Geschichten rund ums Putzen, von Kat Menschik hinreißend farbig illustriert, präsentieren nicht nur eine beschwingte Anleitung zum Putzen, sondern auch eine heitere, aber ernst zu nehmende Kulturgeschichte des Putzens. Sie zeigt, wie sich unser Alltag, und damit unser Putzverhalten, verändert hat. Ihre Geschichten wecken selbst bei der modernsten Leserin den Wunsch, sich auf der Stelle eine Mangel anzuschaffen und sich in selbstbestickte Bettwäsche zu legen.
Maria Antas‘ Reise in die Welt des Putzens beginnt in der Kindheit. Als mit Eimer und Schrubber hantiert wurde, die Mutter den Boden noch auf Knien scheuerte, der Teppichklopfer aus Weidenholz zum Einsatz kam. Die Teppichstange Kindern als Turngeräte diente. Nach dem Wochenputz am Freitag am Sonntag noch einmal »aufgefrischt« wurde (meistens vom Vater), weil es ganz normal war, dass unangemeldet Gäste hereinschneiten. Zu Hause roch es frisch, alles glänzte, die Bettwäsche knisterte. Alles hatte seine Ordnung. Und Putzen war eine Tugend. Heute heißt Ordnung Feng Shui und das Putzen delegiert man am liebsten an andere. Nicht so Maria Antas. Es ist eine Freude, zu sehen, wie sie aus dem Putzen wieder eine Tugend macht. Wie sie zu traditionellen Methoden zurückkehrt und trotzdem ein Loblied auf die Mikrofaser singt. Wie sie sich über die neuen bunten Flaschen der Putzmittel freuen kann. Wie sie ihrer Leidenschaft fürs Mangeln frönt. Und sich schließlich doch zerknirscht eingestehen muss, dass sie auf die nächste Folge von »Downton Abbey« verzichten will, weil ihr nicht gefällt, wie dort das weibliche Putz- und Küchenpersonal vorgeführt wird.
Maria Antas, Wisch und Weg - Ein Buch über das Putzen, Insel (www.suhrkamp.de),
171 Seiten, ISBN 978-3-458-17629-9, 18 Euro.

 

Dummheit_147212Warum wir heute die einfachsten Dinge
nicht mehr wissen
Ernst Pöppel/Beatrice Wagner, Dummheit

Lesen! -  und Aha-Erlebnis: Einer der führenden Hirnforscher Deutschlands und eine Psychologin plädieren für Langsamkeit und Intuition.
Wir leben in einer Wissens- und Leistungsgesellschaft, in der sich unser Wissen stündlich zu vermehren scheint. Aber tut es das wirklich? Werden wir tatsächlich immer schlauer? Nein, sagen Ernst Pöppel und Beatrice Wagner. Die Hirnforschung zeigt, dass der Mensch für eine ungebremste Leistungssteigerung nicht geschaffen ist. Und dass es schlichtweg dumm ist, das intuitive Wissen und die emotionale Intelligenz auszublenden. Ein Plädoyer für eine Intelligenz der Langsamkeit, der Pausen und
des Unperfekten.
Ernst Pöppel/Beatrice Wagner, Dummheit, Goldmann Taschenbuch (www.randomhouse.de), 352 Seiten, ISBN 978-3-442-15832-4, 9,99 Euro.

 

Andrew Keen, Das digitale DebakelAndrew Keen,
Das digitale Debakel

Wer von der Digitalisierung profitiert – da wird einem Angst und Bang. Unbedingt lesen!
Das Internet bringt den Menschen mehr Demokratie, wirtschaftlichen Wohlstand und kulturelle Vielfalt. Es ist ein Raum der Transparenz, Offenheit und Gleichberechtigung. Ein Erfolg auf der ganzen Linie. Wer das glaubt, sagt Silicon-Valley-Insider Andrew Keen, liegt völlig falsch. Nicht die Gesellschaft profitiert von einer „hypervernetzten“ Welt, sondern eine elitäre Gruppe junger weißer Männer. Was ihnen immer mehr Reichtum beschert, macht uns in vielerlei Hinsicht ärmer. Das Internet vernichtet Arbeitsplätze, unterbindet den Wettbewerb und befördert Intoleranz und Voyeurismus. Es ist kein Ort der Freiheit, sondern ein Überwachungsapparat, dem wir kosten- und bedenkenlos zuarbeiten. Kurzum: Das Internet ist ein wirtschaftliches, kulturelles und gesellschaftliches Debakel. Andrew Keen liefert eine scharfe, pointierte Analyse unserer vernetzten Welt und zeigt, was sich ändern muss, um ein endgültiges Scheitern des Internets zu verhindern.
Andrew Keen, Das digitale Debakel, DVA Deutsche Verlags-Anstalt
(www.randomhouse.de), gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten,
ISBN 978-3-421-04647-5, 19,99 Euro.

 

hofbauer_diktatur_kapital_376Hannes Hofbauer,
Die Diktatur des Kapitals
Souveränitätsverlust
im postdemokratischen Zeitalter

Ein beängstigendes Buch. Ein wichtiges Buch. Ein nachdenklich machendes Buch.
Global agierende Kapitalgruppen, euphemistisch „Märkte“
genannt, treiben Parlamente und Regierungen vor sich her. Die Wirtschaft steht längst nicht mehr im Dienste des Menschen. Wer diesen Zustand anprangert, gerät ins politische Abseits. Spätestens seit der Weltwirtschaftskrise 2008 ist es in immer mehr Ländern nicht mehr der Souverän, sondern die „Troika“ aus IWF, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission, die Regierungen einsetzt. Volksentscheide werden von ihr als unkalkulierbares Risiko betrachtet. Wer dennoch das Volk politisch mobilisieren will, gilt den herrschenden Medien – je nach Richtung und Gusto – als links- oder rechtspopulistisch. Politische Interventionen, die den Wirtschaftsliberalismus bremsen könnten, finden so gut wie nicht mehr statt. Halb leere Urnen an den Wahlabenden sind die logische Folge, die ironischerweise von denselben Kräften als „Politikmüdigkeit“ beklagt wird, die den Kanon der Alternativlosigkeit anstimmen.
Hannes Hofbauer geht in seinem neuen Buch einer Entwicklung nach, die die Logik der kapitalistischen Akkumulation als einzig zulässige akzeptiert, nach der sich Gesellschaft zu richten hat. Damit herrscht eine Diktatur des Kapitals, die von ihren Ideologen als „liberale Demokratie“ oder als „konstitutioneller Liberalismus“ definiert wird. Nach einer historischen Aufarbeitung dieser Entwicklung mit der Zäsur des Zusammenbruchs von Sowjetunion und RGW in den Jahren 1989–1991, widmet sich der Autor in einem zweiten Kapitel der personellen Trägerschaft der Kapitaldiktatur. Im dritten Teil des Buches stehen die spürbaren Konsequenzen dieser postdemokratischen Entwicklung im Fokus. Beschrieben werden die Auswirkungen des immer totalitärer werdenden Systems auf das tägliche Leben: die zunehmende Kommodifizierung zwischenmenschlicher Beziehungen, die Vermarktwirtschaftlichung von Identität oder die Ersetzung von so fundamentalen gesellschaftlichen Grundlagen wie Vertrauen und Verantwortung durch Transparenz und Verrechtlichung. Das Buch versucht einen Brückenschlag von einer ökonomischen Analyse einer vom Prinzip der Akkumulation und des Profits getriebenen Gesellschaft zu den tagtäglichen Auswirkungen dieser Entwicklung. Die Durchsetzung liberaler Reformen und der kollektive und individuelle Souveränitätsverlust hängen miteinander zusammen.
Hannes Hofbauer, Die Diktatur des Kapitals, Promedia Verlag (www.mediashop.at),
240 Seiten, ISBN 978-3-85371-376-1, 17,90 Euro. Auch als E-Book erhältlich.

 

MorgenrothMarkus Morgenroth,
Sie kennen dich!
Sie haben dich!
Sie steuern dich!

Ein Muss für jeden Internet-User – also für (fast) alle! Erschreckend fesselnd.
Datenspionage gegen Angestellte ist tägliche Praxis in deutschen Unternehmen. Backgroundchecks bestimmen über Wohnung, Kredit, Job, Liebe. Ein deutscher Datenanalytiker deckt das ganze Ausmaß der Überwachung und des Datenmissbrauchs auf. Man braucht keinen Facebook-Account, kein Amazon-Konto, ja nicht einmal einen Internet-Anschluss, um im Netz der Datenhaie zu zappeln. Internationale und nationale Unternehmen schließen aus Adresse, Alter, Geschlecht auf Person und Charakter und vergeben Kredite, Verträge, Arbeitsplätze – oder eben all dies
nicht. Wer möchte, dass seine »Klickspur« vom Arbeitgeber analysiert wird? Wer ist sicher, dass dies nicht geschieht? Und was bedeutet diese Spur bei der nächsten Kündigungswelle? Datenschützer sind sich sicher: Alles, was befürchtet wird, ist bereits Realität. Das, was früher einmal »Schicksal« genannt wurde, ist heute allzu oft das diskrete Ergebnis eines illegalen, aber dreist praktizierten Backgroundchecks. Markus Morgenroth macht auf erschreckende Weise klar, was längst an der Tagesordnung ist, und zeigt auf, wie wir uns – halbwegs – schützen können.
Markus Morgenroth, Sie kennen dich! Sie haben dich! Sie steuern dich! Droemer Knaur
(www.droemer-knaur.de), Hardcover, 272 Seiten, ISBN 978-3-426-27646-4, 19,99 Euro.

 

WatsonLyall Watson,
Das geheime Leben der Dinge
Warum Computer und Autos
ein Eigenleben führen

Nach der Lektüre dieses Buches werden Sie alle Gegenstände Ihres täglichen Lebens mit anderen Augen betrachten! Sehr innovativ und lesenswert.
Lyall Watson war einer der angesehensten Naturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts, der zahlreiche wichtige Publikationen über Fragen der Grundlagenforschung veröffentlichte. Gleichzeitig gilt er als Pionier auf dem Gebiet der modernen Bewusstseinsforschung. Obwohl vom geltenden Paradigma der Moderne geprägt, war Watson bereit, ungewöhnliche Phänomene nicht ignorant abzulehnen, sondern vorurteilslos zu überprüfen. Dieser Forschungsdrang führte ihn in Kontakt mit wahrhaft außergewöhnlichen Menschen und äußerst ungewöhnlichen Geschehnissen. Nach jahrzehntelangem Forschen und sorgfältigem Dokumentieren gelangte Lyall Watson zu der revolutionären Erkenntnis: Es gibt keine unbelebten Dinge! Hinter allen Geschehnissen und Prozessen der scheinbar materiellen Wirklichkeit zeigt sich BEWUSSTSEIN.
Lyall Watson, Das geheime Leben der Dinge, Crotona Verlag (www.crotona.de), 280 Seiten, ISBN 978-3-86191-041-1, 19,95 Euro.

 

Klaus-Wilhelm Gérard, Faszination TrüffelKlaus-Wilhelm Gérard,
Faszination Trüffel
Geschichten und Geschichte
über den kostbarsten Pilz der Welt

Eine Geschichte aus den Träumen der Gourmets - zu lesen wie ein spannender Roman, luftig und listig geschrieben, rundum informativ und auf profunden, eigenen Erfahrungen dieser komplexen Materie basierend. Viel Ungenaues, Geahntes, Gelogenes oder schlichtweg Falsches kursiert zum Thema Trüffel. Hier wird es in unterhaltsamer und fachkundiger Weise erklärt und, wenn nötig, korrigiert.
Klaus-Wilhelm Gérard ist Unternehmer mit Künstlerseele und
Buchautor. Er hat sich als einziger Deutscher die Lizenz zum Trüffelsuchen in Italien erarbeitet, lebt in Peißenberg, Oberbayern und in Monte San Vito, Region Le Marche. Dort kennt er sie alle, die großen und kleinen Geheimnisse über die Diamanten der Erde. Seit über 20 Jahren betreibt er die Trüffelei – Suchen, finden, kochen, essen, botanisch, historisch, denkwürdig, merkwürdig – rein „tartufosophisch“. Er würde nie Trüffeln verkaufen – lieber genießt er diese mit Familie und Freunden oder schenkt sie dem Bürgermeister, dem Chef der Carabinieri oder Pfarrer Don Andrea. Im Buch „Faszination Trüffel“ sind einzigartige Abenteuer aus Wald und Küche, sowie eine Auswahl seiner Lieblingsrezepte festgehalten. Und ganz nebenbei entdeckt der Leser viele Erlebnisse und Gedanken über das immer etwas chaotische bella Italia, das wir alle so lieben. Ein Buch zum Genießen und zum Verschenken an Genießer.
Klaus-Wilhelm Gérard, Faszination Trüffel, Alois Knürr Verlag (www.knuerr-verlag.de),
192 Seiten, reich bebildert 4-farbig, ISBN 978-3-928432-53-5, 24,90 Euro.

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Klaus-Wilhelm Gérard und Alois Knürr.


 

JungkRobert Jungk, Das Sonnenbuch

Visionär, innovativ und inspirierend!
Es ist ein spektakulärer Fund im Nachlass des Zukunftsforschers Robert Jungk: eine unscheinbare Mappe offenbart ein visionäres Fragment, das Anfang der achtziger Jahre entstand; ungeordnete, skizzenhaft beschriebene Blätter, ein Konvolut aus Entwürfen und Notizen. Walter Spielmann hat diese zu einem sinnhaften Ganzen rekonstruiert. Zum 100. Geburtstag von Robert Jungk
(11. Mai 2013) liegt nun die unverhoffte Entdeckung des „Sonnenbuchs“ vor. Es macht deutlich, wie umfassend, tiefgründig und leidenschaftlich Robert Jungk auf die Kraft der Sonne als Symbol und Instrument einer zukunftsfähigen, nachhaltigen und friedfertigen Welt setzte. Seine Beschäftigung mit „Sonnenforschern, Sonnenbastlern und Sonnenverehrern“ reicht zurück an das Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts und ist doch heute aktueller denn je. Seiner Zeit war Robert Jungk fast immer voraus. Früh schon hat er auf die Risiken des technisch-wissenschaftlichen Fortschritts aufmerksam gemacht und auf die langen Schatten der Atomtechnologie verwiesen. Er war aber auch einer der Ersten, der die positiven Seiten einer helleren Zukunft erkundet hat. Das Sonnenzeitalter werde ein neues Verhältnis zur Mitwelt, eine andere Form des Wirtschaftens, eine bisher nicht praktizierte Balance von Macht und Mitbestimmung sowie die Wiederentdeckung eines höheren Sinns zur Folge haben, war Robert Jungk überzeugt. Dieses Buch erzählt von dieser Vision. Es ist Auftrag und Vermächtnis zugleich.
Robert Jungk, Das Sonnenbuch, Otto Müller Verlag (www.omvs.at), 160 Seiten
 ISBN 978-3-7013-1206-1, 18 Euro.

 

Matrix_Cover_4Ulrich G. Randoll,
Das Matrix-Konzept:
Die Grundlagen der Matrix-
Rhythmus-Therapie

Medizin des 21. Jahrhunderts!
Die von Dr. U. Randoll an der Universität Erlangen/Nürnberg entwickelte Matrix-Rhythmus-Therapie ist eine kreative und wesentliche Innovation für die effiziente Behandlung und Prävention aller mikrozirkulationsbedingter Störungen insbesondere von Erkrankungen des Nerven-, Stütz- und Bewegungssystems. Ein hochaktuelles Thema wird hier behandelt. Aktuelle Erkenntnisse aus Naturwissenschaft und Medizin werden mit historischem Hintergrund, empirischem und traditionellem Wissen zu einem „neuen Denken“ verbunden. Diese Entwicklung wird unsere Vorstellungen und Modelle in vielen Fachbereichen, einschließlich der praktischen Medizin, entscheidend verändern. Das Matrix-Therapie-Konzept wurde auf der Grundlage aktueller Forschungsergebnisse entwickelt. In diesem Modell werden Krankheiten als dekompensierte Prozesse auf zellbiologischer Ebene aufgefasst. Durch die Matrix-Rhythmus-Therapie werden durch Verbesserung vor allem der zellulären „Logistik“ die nötigen physiologischen Rahmenbedingungen wiederhergestellt, als Voraussetzung für symptomfreie Selbstorganisation und Regeneration. Über Entrainment mit naturkonformen Schwingungen von außen werden rhythmisch ordnende Zeit- und Informationsmuster im Körper aktiviert bzw. wieder hergestellt. Dem Autor ist es gelungen, ein systemisch angelegtes Therapiekonzept nicht nur theoretisch zu begründen, sondern auch wissenschaftlich zu evaluieren. Damit öffnet er die Tür zu einem erweiterten Medizinverständnis, das weit in das 21. Jahrhundert hineinreicht.
Dr. med. Ulrich Randoll studierte an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt/Main Humanmedizin und Zahnmedizin. Nach Beendigung des Studiums wechselte er an die Universität Erlangen/Nürnberg in die Kieferchirurgie und Unfallchirurgie. Seit 1999 in eigener Privatpraxis mit Matrix-Center in München. Als Auditor für das Gesundheitswesen; Qualitätsmanagement TÜV-CERT und in der Forschung aktiv zu der Thematik:
Bio-physikalischen Grundlagenforschung. Fragen auf Ebene der funktionellen Architektur von Zelle und extrazellulärer Matrix (Raum-Zeitmuster) sowie »zellbiologischen Qualitätsmanagements«. Ziel: Verbesserung klinischer Therapiestrategien und Therapiemethoden.
Ulrich G. Randoll, Das Matrix-Konzept - Die Grundlagen der Matrix-Rhythmus-Therapie,
Verlag Systemische Medizin AG – Bad Kötzting (www.verlag-systemische-medizin.de), 210 Seiten, ISBN 978-3-86401-029-3, 39,80 Euro.

 

VermaechtnisWas wir von traditionellen Gesellschaften lernen können
Jared Diamond, Vermächtnis

Großartig – mit Esprit und Sachverstand geschrieben - nach dem Welterfolg von »Kollaps«: der neue Sachbuch-Bestseller von Jared Diamond!
Seit Jahrzehnten unternimmt Jared Diamond Expeditionen zu Stämmen, die noch traditionell als Jäger und Sammler leben – so, wie wir Menschen die längste und prägendste Zeit unserer Entwicklung gelebt haben. Fasziniert von der Fremdartigkeit ihrer Kultur führt er uns plastisch und unterhaltsam vor Augen, wie grundverschieden Menschen mit allen Facetten des Lebens umgehen und ihr Zusammenleben organisieren. Seine These: Wir können heute von diesen Kulturen viel lernen und so unsere aktuellen privaten und gesellschaftlichen Probleme lösen, von der Kindererziehung über staatliche Konflikte bis zum Umgang mit Alter und Tod. Ein spannender Blick auf die Vielfalt der menschlichen Kulturen – und eine überraschende Perspektive auf unser modernes Selbstverständnis.
Jared Diamond, Vermächtnis, S. Fischer (www.fischerverlage.de), Hardcover,
ISBN 978-3-10-013909-2, 24,99 Euro.

 

Paradoxien_1Michael Clark,
Paradoxien von A bis Z

Vertrackt – und lesenswert.
Paradoxien faszinieren die Denker seit Menschengedenken: In alphabetischer Reihenfolge stellt dieser Band 84 der wichtigsten dieser Denksportaufgaben vor, von »Achilles und die Schildkröte« über das »Gefangenendilemma« oder das Lügen-Paradoxon (»Alle Kreter lügen, sagte der Kreter«) bis zu »Zenos Paradoxien«. Dabei handelt es sich um mehr als um bloße Spielereien: Betrachtet man etwa die Entwicklungen der mathematischen Analysis im 19. Jahrhundert sowie der Mengenlehre oder Wahrheitstheorien im 20. Jahrhundert, so wird klar, dass durch Paradoxien bedeutende Entwicklungen oft erst angestoßen wurden. Der Begriff der Paradoxie wird von Clark dabei in einem sehr breiten Sinn verstanden: Jedes Rätsel, das irgendwann einmal als »Paradoxie« bezeichnet worden ist, und hätte es sich auch bei genauerer Prüfung nicht als wahrhaft paradox entpuppt, kam in die Auswahl. Die faszinierendsten Kandidaten sind natürlich diejenigen, die von den Hardlinern als solche anerkannt werden, nämlich jene Paradoxien, die anscheinend auf ewig
kontrovers bleiben.
Michael Clark, Paradoxien von A bis Z, Reclam Taschenbuch (www.reclam.de), 309 Seiten, ISBN 978-3-15-020188-6, 9,95 Euro.

 

1913Florian Illies, 1913 -
Der Sommer des Jahrhunderts

Die Weltgeschichte anders – und vor allem lebendig erzählt. Vom Kleinen her spürt man das Große. Man kann nicht aufhören zu lesen.
Die Geschichte eines ungeheuren Jahres, das ein ganzes Jahrhundert prägte: Florian Illies entfaltet virtuos ein historisches Panorama. 1913: Es ist das eine Jahr, in dem unsere Gegenwart begann. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Zwischen Paris und Moskau, zwischen London, Berlin und Venedig begegnen wir zahllosen Künstlern, deren Schaffen unsere Welt auf Dauer prägte. Man kokst, trinkt, ätzt, hasst, schreibt, malt, zieht sich gegenseitig an und stößt sich ab, liebt und verflucht sich. Es ist ein Jahr, in dem alles möglich scheint. Und doch wohnt dem gleißenden Anfang das Ahnen des Verfalles inne. Literatur, Kunst und Musik wussten schon 1913, dass die Menschheit ihre Unschuld verloren hatte. Der Erste Weltkrieg führte die Schrecken alles vorher schon Erkannten und Gedachten nur noch aus. Florian Illies lässt dieses eine Jahr, einen Moment höchster Blüte und zugleich ein Hochamt des Unterganges, in einem grandiosen Panorama lebendig werden.
Malewitsch malt ein Quadrat, Proust begibt sich auf die Suche nach der verlorenen Zeit, Benn liebt Lasker-Schüler, Rilke trinkt mit Freud, Strawinsky feiert das Frühlingsopfer, Kirchner gibt der modernen Metropole ein Gesicht, Kafka, Joyce und Musil trinken am selben Tag in Triest einen Cappuccino – und in München verkauft ein österreichischer Postkartenmaler namens Adolf Hitler seine biederen Stadtansichten.
Florian Illies, 1913 - Der Sommer des Jahrhunderts, S. Fischer Verlag
(www.fischerverlage.de), 320 Seiten, Sachbuch, Hardcover,
ISBN 978-3-10-036801-0, 19,99 Euro.

 

KabelsalatWie ich einem kaputten Kabel folgte und das Innere des Internets entdeckte
Andrew Blum, Kabelsalat

Faszinierend! Das Internet zum Anfassen! Eine Reise, die man so nicht erwartet hat – aber wie oft ist auch hier der Weg das Ziel.
Wir sind ständig online, ziehen Daten aus der Cloud, alles funktioniert wireless. Was das heißt, hat Andrew Blum nie richtig verstanden. Als ein Eichhörnchen das Internetkabel in seinem Garten anknabbert, wird ihm klar: Das Internet ist ein Ding zum Anfassen. Er folgt dem Kabel und eine faszinierende Reise zu den verborgenen Orten und Knotenpunkten des World Wide Web beginnt: So analog ist digital.
Andrew Blum besucht die physischen Kathedralen der digitalen Welt und vollbringt das Wunder, dass wir uns das »Zauberding« Internet endlich vorstellen können. Er führt uns beispielsweise durch den DE-CIX in Frankfurt, einen gigantischen Knotenpunkt, den fast alle deutschen Mails auf ihrem Weg in die Welt passieren. In die monumentalen Datenspeicher von Google, Microsoft und Facebook, die ganzen Städten gleichen und in denen Nanosekunden eine Ewigkeit bedeuten. Und wir sehen Kabel, die in abgeschiedenen Küstenorten im Ozean verschwinden, wo sie am Meeresgrund die Kontinente miteinander verbinden. Letztlich ist das Internet so real wie jedes Straßen- oder Eisenbahnnetz zuvor – und genauso angreifbar. Wir alle sind online. Wir sollten wissen, was das bedeutet.
Andrew Blum, Kabelsalat (Originaltitel: Tubes), Knaus Verlag (www.knaus-verlag.de), gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten, ISBN 978-3-8135-0388-3, 19,99 Euro.

 

ZauberderWirklichkeitRichard Dawkins,
Der Zauber der Wirklichkeit
Die faszinierende Wahrheit
hinter den Rätseln der Natur

Locker, entspannt, macht Spaß zu lesen, ein wundervoll illustriertes Buch.
Von Adam und Eva bis zu Gilgamesch: Richard Dawkins erzählt die Mythen der Menschheit und erklärt die wissenschaftliche Wahrheit, die hinter ihnen steckt. Seit jeher hat die Menschheit versucht, sich die rätselhafte Natur durch Mythen begreiflich zu machen. Auf den Herbst folgt der Winter, weil Hades, der Gott der Unterwelt, Persephone in sein Reich entführt hat und die blühende Natur mit ihr; in Wirklichkeit gibt es unterschiedliche Jahreszeiten, weil die Erdachse geneigt ist. Und die Welt entstand auch nicht, weil der indische Gott Vishnu seinem Diener Brahma ihre Erschaffung auftrug, sondern durch den Urknall. Dies beweist: So wunderbar die Mythen sind, weitaus spannender werden die Phänomene, wenn man sie wissenschaftlich betrachtet. Genau das tut Richard Dawkins, indem er die Wahrheit hinter den Rätseln erklärt. Ein faszinierendes, üppig illustriertes Buch, das den Zauber der Wirklichkeit feiert.
Richard Dawkins, Der Zauber der Wirklichkeit, Ullstein Verlag
(www.ullsteinbuchverlage.de), 272 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag,
ISBN 9783550088506, 26,99 Euro.

 

DemenzManfred Spitzer, Digitale Demenz
Wie wir uns und unsere Kinder
um den Verstand bringen


Da muss man doch sofort digital abstinent werden – extrem und macht extrem nachdenklich.
Digitale Medien nehmen uns geistige Arbeit ab. Was wir früher einfach mit dem Kopf gemacht haben, wird heute von Computern, Smartphones, Organizern und Navis erledigt. Das birgt immense Gefahren, so der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer. Die von ihm diskutierten Forschungsergebnisse sind alarmierend: Digitale Medien machen süchtig. Sie schaden langfristig dem Körper und vor allem dem Geist. Wenn wir unsere Hirnarbeit auslagern, lässt das Gedächtnis nach. Nervenzellen sterben ab, und nachwachsende Zellen überleben nicht, weil sie nicht gebraucht werden. Bei Kindern und Jugendlichen wird durch Bildschirmmedien die Lernfähigkeit drastisch vermindert. Die Folgen sind Lese- und Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste und Abstumpfung, Schlafstörungen und Depressionen, Übergewicht, Gewaltbereitschaft und sozialer Abstieg. Spitzer zeigt die besorgniserregende Entwicklung und plädiert vor allem bei Kindern für Konsumbeschränkung, um der digitalen Demenz entgegenzuwirken.
Manfred Spitzer, Digitale Demenz, Droemer Knaur Verlag (www.droemer-knaur.de),
368 Seiten, ISBN 978-3-426-27603-7, 19,99 Euro.

 

RandallLisa Randall,
Die Vermessung des Universums

Ein unterhaltsamer, lehrreicher Einblick in die faszinierende Welt der Physik und gleichzeitig ein Lob der kreativen Fähigkeiten des menschlichen Geistes und der Wissenschaft.
In keiner anderen Naturwissenschaft kündigen sich so umwälzende und aufregende Erkenntnisse für Mensch und Kosmos an wie in der Physik. Das große Ziel ist es, so kleine Dinge wie Atome und so große wie Galaxien einheitlich zu erklären. Doch wie soll das gelingen? In ihrem neuen Buch berichtet Besteller-Autorin Lisa Randall spannend und anschaulich aus den Laboren und Denkfabriken ihrer Kollegen: Welchen Fragen gehen Physiker nach? Welche Rolle spielen so gigantische Apparate wie der Teilchenbeschleuniger im CERN? Was hat es mit der Suche nach dem Higgs-Boson auf sich? Wie hängt angewandte mit theoretischer Physik zusammen? Lisa Randall zeichnet das Bild der gegenwärtigen Physik in all ihren Facetten und lässt ganz konkret werden, wie die moderne Grundlagenforschung funktioniert.
Lisa Randall, Die Vermessung des Universums, S. Fischer Verlag (www.fischerverlage.de), Hardcover, 464 Seiten, gebunden mit Abb., ISBN 978-3-10-062806-0, 24,99 Euro.

 

Brian Clegg, Vor dem UrknallBrian Clegg, Vor dem Urknall

Eine fantastische Reise hinter den Anfang der Zeit – fesselnd wie ein Thriller, informativ, ohne lehrhaft zu sein.
Die Idee des «Big Bang» hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Noch ist sie die favorisierte Theorie über den Beginn des Universums, möglicherweise aber nicht mehr lange. Denn wenn das Universum aus dem Urknall hervorging, woher kam er dann, und was war davor? Eine unglaubliche Reise in die dunkelsten Tiefen der Vergangenheit und ein Blick in Gottes letzten Schlupfwinkel.
Brian Clegg, Vor dem Urknall, Rowohlt Hardcover
(www.rowohlt.de), 352 Seiten, ISBN 978-3-498-00939-7,
19,95 Euro.

 

 

Jan Frölich/Gerd Lehmkuhl, Computer und Internet erobern die KindheitJan Frölich/Gerd Lehmkuhl, Computer und Internet
erobern die Kindheit
Vom normalen Spielverhalten bis zur Sucht und deren Behandlung

Googeln, chatten, surfen – was macht das mit unseren Kindern? Die modernen digitalen Medien haben innerhalb weniger Jahre das Freizeit- und Kommunikationsverhalten komplett revolutioniert. Welche Folgen hat der Medienkonsum für die psychische und körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen? Wann kann man von einem Suchtverhalten sprechen? Dieses Buch beschreibt aus klinisch-psychiatrischer Sicht die veränderten Sozialisationsbedingungen, die durch Nutzung digitaler Medien ausgelöst werden, und deren Folgen bei Kindern und Jugendlichen. Nach einem Überblick über die Mediengewohnheiten der „digitalen Generation“ gehen die Autoren detailliert auf die Gefahren exzessiver Mediennutzung ein – Beeinträchtigungen des emotionalen Empfindens und der kognitiven Prozesse, Computerspiel- und Internetsucht sowie Cybermobbing. Psychopathologische Risikokonstellationen, z.B. ADHS und Computerspielsucht, werden anhand von Fallbeispielen praxisnah erörtert. Dabei werden die Diagnosekriterien eingehend behandelt. Auf die zentrale Frage, wie eine effektive und nachhaltige Therapie geplant und durchgeführt werden kann, wird ausführlich eingegangen. Beratungsmöglichkeiten, präventive Medienarbeit in Schulen sowie Aspekte des Jugendmedienschutzes runden das Buch ab.
Jan Frölich/Gerd Lehmkuhl, Computer und Internet erobern die Kindheit, Schattertauer Verlag (www.schattauer.de), 220 Seiten, 30 Abb., 17 Tab., kart., ISBN 978-3-7945-2771-7,
29,95 Euro.

 

Faszination ApokalypseThomas Grüter,
Faszination Apokalypse

Zeigt, was alles schon da war an Untergangs-Phantasien, hochinteressant. Lesen und keine Angst mehr vor 2012!
Schon immer haben die Menschen geglaubt, dass es mit der Welt irgendwann zu Ende geht. Kriege, Kometen, Seuchen und Hungersnöte galten in früheren Zeiten als sichere Zeichen des bevorstehenden Weltuntergangs. Und seit unser Planet als begrenzter Raum wahrgenommen wird, fürchten die Menschen, dass die Erde auch auf ganz weltliche Weise zerstört werden könnte. Bis heute beeinflussen Weltuntergangsszenarien die praktische Politik. All diese Aspekte des Weltendes untersucht Thomas Grüter in seinem neuen Buch. Dabei beleuchtet er auch die psychologischen Hintergründe und analysiert die aktuellen Endzeitideen.
Thomas Grüter, Faszination Apokalypse, Scherz Verlag (www.fischerverlage.de),
Hardcover, ISBN 978-3-502-15192-0, 18,95 Euro.

 

Ullstein ChronikAnne Enderlein (Hrsg.),
Ullstein Chronik 1903-2011

Hochinteressant, ein veritables Zeitdokument, Lesefreude und Fundgrube zugleich.
Die Ullstein Buchverlage blicken auf eine über hundertjährige Tradition zurück. Beginnend im Jahr 1903 führten die Ullstein-
Brüder die Bücher im Zeichen der Eule zum Erfolg. Kein Verlag spiegelte den Zeitgeist der neuen Metropole Berlin in gleichem Maße wider. Dem Glanz der ersten Jahrzehnte folgten die Enteignung und Vertreibung der Familie Ullstein während der
NS-Zeit, der Neuanfang nach dem Krieg und die Ägide der Axel-
Springer-AG, bevor Ullstein schließlich unter das Dach der schwedischen Bonnier-Gruppe zog. Große Namen prägen dieses Haus – Gerhart Hauptmann, Vicki Baum und Erich Maria Remarque zählen ebenso dazu wie John le Carré, Jo Nesbø und Richard Dawkins. Das spannende Porträt eines Verlages, der es verstanden hat, inhaltliche Qualität und kommerziellen Erfolg zu vereinen.
Anne Enderlein (Hrsg.), Ullstein Chronik 1903-2011, Ullstein Buchverlage
(www.ullsteinbuchverlage.de), 560 Seiten, ISBN 9783550088803, 49,90 Euro.

 

PyramidenFrank Müller-Römer, Der Bau der Pyramiden im Alten Ägypten

Ein Muss für alle, die sich ernsthaft mit dem Bau der Pyramiden auseinandersetzen wollen – also nichts für Anhänger einer Außerirdischen-Theorie.
Bzw. gerade für die!

Seit Jahrhunderten beschäftigt die Frage, wie die Pyramiden im Alten Ägypten gebaut wurden, die ganze Welt. Eine überzeugende Antwort allerdings, die sämtliche historische Umstände berücksichtigt, konnte bislang noch nicht präsentiert werden. Der Ingenieur und Ägyptologe Frank Müller-Römer stellt auf der Grundlage neuester Forschungen dar, mit welchen Werkzeugen und Bauverfahren die Baumeister der Pharaonen ihre Grabdenkmäler errichtet haben. Die hier beschriebene Bauweise – mit Rampen und Seilumlenkrollen – stützt sich ausschließlich auf archäologische Befunde und auf den Stand der damaligen Bautechnik, im Gegensatz zu den bisherigen Hypothesen. Darüber hinaus werden Lösungen für weitere, bisher ungeklärte Fragen, wie das gefahrlose Aufsetzen des Pyramidion und die Glättung der Außenflächen, präsentiert.
Für die Cheopspyramide, die Pyramide des Mykerinos sowie für die Rote Pyramide werden die Bauzeiten aufgrund der neuen Erkenntnisse neu berechnet: Sie stimmen mit den historisch überlieferten Daten ein. Prof. Dr.-Ing. Dr.phil. Frank Müller-Römer, Jahrgang 1936, studierte an der Technischen Hochschule Stuttgart Nachrichtentechnik. Anschließend arbeitete er
13 Jahre bei der Siemens AG in Stuttgart, Reutlingen und München. Von 1975 bis 1994 war er als Technischer Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung des Bayerischen Rundfunks tätig. 1995 übernahm er eine Honorarprofessur an der Technischen Hochschule Mittweida
(Sachsen) und studierte parallel dazu ab 1997 an der LMU München Ägyptologie. Im Februar 2008 schloss er sein zweites Studium mit einer Promotion zur Bautechnik der Pyramiden im Alten Ägypten ab.
Frank Müller-Römer, Der Bau der Pyramiden im Alten Ägypten, Herbert Utz Verlag
(www.utzverlag.de), Hardcover, 448 Seiten, ISBN 978-3-8316-4069-0, 39 Euro.

 

Robert I. Simon, Die dunkle Seite der SeeleRobert I. Simon,
Die dunkle Seite der Seele

Die Wirklichkeit ist abgründiger als jede Phantasie –
ein Buch, das nachdenklich macht.

Ein faszinierendes Buch über die Abgründe im Menschen. Serienmörder, Vergewaltiger und Verbrecher üben eine starke Faszination aus, die sich in Büchern, Filmen oder Fernsehserien niederschlägt. Aber tatsächlich sind Psychopathen in modernen Gesellschaften oft sehr erfolgreich - soziale Chamäleons, die nicht erkannt werden und die geschickt ihre Mitmenschen manipulieren und schädigen. Der forensische Psychiater Robert I. Simon berichtet aus langjähriger Erfahrung über die «bösen Menschen». Aber er zeigt auch, welch schmaler Grat liegt zwischen ihren tatsächlichen Gewalthandlungen und den Träumen aller anderen. Erst wenn man dem «Bösen» mit Empathie begegnet und begreift, warum bei manchen Menschen die Schutzmechanismen versagen, erkennt man sich selbst und die eigene dunkle Seite besser. Mit Vorworten von Thomas G. Gutheil und Lutz Jäncke. Aus dem Englischen übersetzt von Jürgen Neubauer.
Robert I. Simon, Die dunkle Seite der Seele, Verlag Hans Huber
(www.verlag-hanshuber.com), 327 Seiten, ISBN 978-3-456-84926-3, 24,95 Euro.

 

Joris Karl Huysmans, Die Geheimnisse der GotikJoris Karl Huysmans,
Die Geheimnisse der Gotik


Zeigt die Gedankengänge Huysmans,
macht Lust auf mehr Huysman.
Geheimnisse der Gotik – aufgezeigt an drei Kirchen: Notre-Dame, Saint-Germain-l´Auxerrois und Saint-Merry, alle in Paris, sowie an den Werken dreier bedeutender Maler: Matthias Grünewald, Bartolomeo Veneto und dem Meister von Flémalle. Allen gemeinsam ist „eine fliehende Sicht aus dem Sinnlichen auf ferne Unendlichkeiten", ein mystischer Naturalismus, wie ihn auch Huysmans selbst anstrebte.
Joris Karl Huysmans, Die Geheimnisse der Gotik, Übersetzer:
Stefanie Strizek, P. Kirchheim Verlag (www.kirchheimverlag.de), 240 Seiten, 15 Abbildungen, ISBN 3-87410-044-8, 24,90 Euro.

 

Joep Pohlen, LetterfontaeneJoep Pohlen, Letterfontäne

Alles, was Sie jemals über gedruckte Buchstaben und Zahlen erfahren wollen.
Letterfontäne ist ein einzigartiges Handbuch über die gedruckte Schrift - beginnend mit den ersten Versuchen des Menschen, sich mit visuellen Zeichen und Zeichnungen zu verständigen. Das Buch behandelt die Form und Anatomie jedes Buchstabens im Alphabet (einschließlich der Satz- und Sonderzeichen). Es erklärt die Verbindungen zwischen einzelnen Schriftarten und bedeutenden Kunstwerken und -strömungen von Gutenbergs Zeit bis heute. Es thematisiert die Ästhetik des digitalen Zeitalters und gibt typografische Empfehlungen, etwa zur Wahl der geeigneten Schriftart für einen bestimmten Auftrag. Abgerundet wird das Handbuch durch einen eingehenden Vergleich serifenbetonter und serifenloser Schriftarten, einen Essay über Maßsysteme und Zeichen, Ratschläge zu typografischen Regeln und eine Anleitung zur Entwicklung
digitaler Schriftarten.
Über 150 Schriftarten, ihre Ursprünge und Merkmale werden ausführlich abgehandelt und durch ganzseitige Schriftschnitt-Tabellen veranschaulicht. Der umfangreiche Anhang enthält einen allgemeinen Index, einen Index der Schriftarten (im Buch sind mehr als 300 abgebildet), einen Index mit mehr als 250 Schriftarten-Designern, einen ausführlichen Index mit Schriftgießereien, ein Grafik-Wörterbuch und eine Liste weiterführender Literatur. Letterfontein, die niederländische Originalausgabe, erhielt 2010 ein Certificate for Typographic Excellence des Type Directors Club New York (TDC) und einen red-dot design award des Design-Zentrums Nordrhein-Westfalen.
Joep Pohlen, Letterfontäne, Taschen Verlag (www.taschen.com), Hardcover, 640 Seiten, ISBN 978-3-8365-2510-7, 49.99 Euro.

 

Das Buch der SymboleDas Buch der Symbole, Betrachtungen zu archetypischen Bildern

Symbole und ihre Bedeutung in der Geschichte – jeder Artikel kurz, aber trotzdem lang genug, und wunderbar zum Schmökern!
The Book of Symbols vereint eigens für dieses Buch verfasste Kurzessays über einzelne Symbole mit repräsentativen Abbildungen aus allen Erdteilen und Epochen. Das ganz besondere Zusammenspiel der überaus eingängigen Texte mit den über 800 Farbabbildungen enthüllt zahlreiche verborgene Bedeutungsebenen. Jeder der annähernd 350 Essays untersucht den spirituellen Hintergrund des jeweiligen Symbols und die Entstehung dynamischer spiritueller Prozesse. Etymologische Wurzeln, das Spiel der Gegensätze, Paradoxe und Schatten sowie kulturelle Unterschiede – all diese Gesichtspunkte werden angesprochen. Die von Autoren aus den Bereichen Psychologie, Religion, Kunst, Literatur und vergleichende Mythenkunde verfassten Essays verfließen auf eine Weise miteinander, welche die unerwarteten Konvergenzen der Psyche widerspiegelt. Dabei gibt es jedoch keine fertigen Definitionen, die der Symbolkraft eher schaden würden; vielmehr bleibt ein bis heute lebendiges Symbol teilweise rätselhaft, fordert unsere Aufmerksamkeit und entfaltet mit der Zeit neue Bedeutungen und Manifestationen. Anstelle bloßer Kategorisierung verdeutlicht The Book of Symbols den Schritt von der visuellen Wahrnehmung eines Symbolbilds in Kunst, Religion, Alltag oder Traum hin zum unmittelbaren Erleben seiner persönlichen und psychologischen Resonanz.
The Book of Symbols setzt neue Standards für eine bedachtsame Erkundung der Symbole und ihrer Bedeutungen und wendet sich an eine breite Leserschaft – an Künstler, Designer, Träumer und Traumdeuter, Psychotherapeuten, Selbsthelfern, Fans von Videospielen, Lesern von Comics, Suchende von Glauben und Spiritualität, Schriftsteller, Studenten und alle, die sich für die Kraft archetypischer Bilder interessieren. Ausgehend von Carl Gustav Jungs Arbeiten über den Archetypus und das kollektive Unbewusste beherbergt das Archive for Research in Archetypal Symbolism (ARAS) mythologische, ritualistische und symbolhafte Bildnisse aus allen Erdteilen und sämtlichen Epochen menschlichen Erlebens. Die durch Kommentare über den jeweiligen kulturhistorischen Kontext ergänzte Sammlung aus 17.000 fotografischen Bildnissen erkundet die Universalität archetypischer Themen und liefert ein Zeugnis von den tiefen, beständigen Zusammenhängen alles Lebendigen.
Das Buch der Symbole, Betrachtungen zu archetypischen Bildern, Archive for Research in Archetypal Symbolism (ARAS), Taschen Verlag (www.taschen.com), Hardcover, 808 Seiten, ISBN 978-3-8365-2572-5, 29.99 Euro.

 

Wolfram Frietsch, Die IlluminatenWolfram Frietsch,
Die Illuminaten

Spannung pur bietet die (wahre) Geschichte des geheimnisumwitterten Illuminatenordens, der schon bei der Gründung nach der Weltherrschaft gestrebt und in gegenwärtigen Thrillern den Vatikan in die Luft zu sprengen versucht haben soll.
Dan Browns Megaseller „Illuminati“ ist in Wahrheit nur die Spitze eines Eisbergs mehr oder weniger fiktiver Werke, die den Illuminatenorden mehr oder weniger (historisch) korrekt in den Mittelpunkt verschiedenster Verschwörungstheorien stellen. Was es mit diesem geheimnisumwitterten Orden tatsächlich auf sich hat, untersucht Wolfram Frietsch im Buch
 „Die Illuminaten“. Man kann ruhigen Gewissens behaupten, dass auch die Fakten genug Spannung bieten; einer Fiktion bedarf es bei der Behandlung der Geschichte des Illuminatenordens wahrlich nicht. Bereits die Gründung des Ordens durch Adam Weishaupt im 18. Jahrhundert gibt Rätsel auf: Was war der Zweck dieser Gemeinschaft? Wollte man die Regierung Bayerns stürzen? Strebte man die Weltherrschaft an? Nicht genug der Rätsel: Auch (vermeintliche) Mitglieder des Illuminatenordens geben solche auf. Angefangen von Galileo Galilei in Dan Browns „Illuminati“ bis hin zu amerikanischen Präsidenten, konkret Thomas Jefferson, sollen viele historische „große Männer“ Mitglieder des Ordens gewesen sein – zumindest im Falle Galileis ein wenig „kompliziert“, starb der berühmte Astronom doch bereits mehr als 130 Jahre vor der Ordensgründung! Andererseits gibt es aber auch unter den quasi verbürgten Mitgliedern des Illuminatenordens genug bekannte Namen: Johann Wolfgang von Goethe beispielsweise oder Johann Gottfried Herder und Adolph Freiherr von Knigge. Im Falle von Goethe bestätigt sich übrigens der eingangs erwähnte Satz, wonach in der Geschichte der Illuminaten genug Spannung auch ohne neue Fiktion besteht: Erst vor wenigen Jahren wurde seine geheime handschriftliche Beitrittserklärung in Moskau aufgestöbert.
Neben der Geschichte, den Zielen, Ritualen, Chiffren und Symbolen des Geheimordens geht Frietsch natürlich auch auf die verschiedenen Verschwörungstheorien ein, die die Illuminaten bis heute umkreisen und sie nach wie vor zum gefundenen Fressen für Thrillerspezialisten aller Art machen.
Wolfram Frietsch, Die Illuminaten, Leopold Stocker Verlag (www.stocker-verlag.com),
160 Seiten, durchgehend S/W- und Farbabbildungen, Großformat, Hardcover,
ISBN 978-3-85365-248-0, 29,90 Euro.

 

Klaus Reichold und Thomas Endl, Ludwig foreverKlaus Reichold & Thomas Endl, Ludwig forever

Die zweihundert verblüffendsten Seiten über den bayerischen Märchenkönig – spannend wie ein Mystery-Thriller und gleichzeitig fundiert und hochaktuell!
Ludwig II, König von Bayern, wurde zu einer Ikone – wie Marilyn Monroe oder Michael Jackson. Der Historiker Klaus Reichold und der Regisseur Thomas Endl haben sich auf die Spuren Ludwigs begeben und Erstaunliches herausgefunden. Er dinierte bei Eis und Schnee im Freien, pflegte Konversation mit imaginären Tischgästen wie Madame Pompadour und ließ sich das erste elektrisch beleuchtete Fahrzeug der Welt bauen. Wie lässt sich erklären, dass ausgerechnet der menschenscheue und komplexbeladene Herrscher eines unbedeutenden Königreichs zu einem weltweit diskutierten Mythos geworden ist? Ludwig II. war nämlich keineswegs nur glamourös, exzentrisch und größenwahnsinnig, sondern auch egoman, wenn nicht sogar autistisch. Dieses Buch ist dem Geheimnis seiner Faszination auf der Spur. Klaus Reichold und Thomas Endl haben bislang unbekannte Dokumente aufgestöbert und nehmen ihre Leser atmosphärisch mit in Ludwigs Welt. Außerdem lassen sie heutige kongeniale Köpfe – etwa den Eventkünstler Olafur Eliasson oder die Stararchitekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron – zu Wort kommen. Die zweihundert verblüffendsten, unterhaltsamsten und sinnlichsten Seiten über den bayerischen Märchenkönig!
Klaus Reichold und Thomas Endl, Ludwig forever, Hoffman und Campe Verlag
(www.hoffmann-und-campe.de), 224 Seiten, ISBN 978-3-455-50200-8, 24 Euro.

 

Ilga Eger, Mein Traum vom LandgartenDeutscher Gartenbuchpreis 2011
Ilga Eger,
Mein Traum vom Landgarten

Hinreißend schön – erst anschauen, dann den Spaten in die Hand nehmen und handfest träumen! Ilga Eger ist für ihr Buch „Mein Traum vom Landgarten“ beim Deutschen Gartenbuchpreis 2011 ausgezeichnet worden. Die Jury wählte das Buch auf Platz 3 in der Kategorie Bildband.
„Zurück zu den Wurzeln“ – so lautet das neue Motto vieler leidenschaftlicher Gärtner und Gärtnerinnen. Stress und Hektik bestimmen immer häufiger unseren Arbeitsalltag. Für viele Menschen wird der Garten fernab von allem Trubel der Städte zum ruhenden Pol. Den Pelargonien und Dahlien beim Wachsen zuzusehen, mit dem Gemüse und Kräutern aus dem Garten zu kochen oder einfach die Ruhe unter dem Apfelbaum zu genießen, klingt nach tief empfundenem Glück. Ilga Eger hat Gartenliebhaber besucht, die solch einen Garten bereits ihr Eigen nennen und erzählt in sehr persönlichen Porträts von ihren Landgärten und Gartenerfahrungen.
Angesprochen werden nicht nur diejenigen, die ihren Traum vom Landleben leben, sondern auch diejenigen, die von einem Landgarten träumen und ein Stück weit in der Stadt umsetzen wollen. Atmosphärische Aufnahmen wecken dabei die Sehnsucht, sofort mit dem Säen und Pflanzen zu beginnen!
Ilga Eger, Mein Traum vom Landgarten, Callwey Verlag (www.callwey.de), 176 Seiten,
250 Abbildungen, ISBN 978-3-7667-1876-1, 29,95 Euro.

 

Thomas Hofer, Die Tricks der PolitikerThomas Hofer,
Die Tricks der Politiker

Von Dominik Schönleben
Der Politikberater Thomas Hofer legt ohne Wertung die Kommunikationstricks der Politiker offen. Dabei führt er den Leser elegant an das komplexe Thema heran und weckt selbst bei politisch uninteressierten die Neugierde für die mediale Inszenierung unseres politischen Lebens. Thomas Hofers Blick hinter die Kulissen lässt den Leser die Auftritte und Werbekampagnen unserer Volksvertreter plötzlich in einem ganz neuen Licht wahrnehmen. Dabei stellt er „die Tricks der Politiker“ nicht als bösartige Manipulation der Öffentlichkeit dar, sondern als nötiges Übel unserer Demokratie, dem nicht alle unsere Politiker gewachsen sind. Welche Fehler unterlaufen können, oder wessen genialer Schachzug Auswirkung auf die Wahl hatte, führt er am Beispiel der österreichischen Politiklandschaft auf.
Gute Politiker überlassen nichts dem Zufall: Jede Ansage, jeder Auftritt ist wohl kalkuliert. Die Regierenden wissen exakt über die Meinung der Bevölkerung zu den Top-Themen Bescheid. Dieses Buch deckt die Geheimnisse der Politik-Inszenierung auf und zeigt, wie Politik in den Hinterzimmern der Macht entsteht. Woher wissen Politiker, was sie sagen müssen? Warum antworten sie nicht auf Journalistenfragen? Warum arten Wahlkämpfe meist zur Schlammschlacht aus? Wie designen Politiker ihr Image? Thomas Hofer, intimer Kenner des Politik-Business, gibt die Antworten.
Thomas Hofer, Die Tricks der Politiker, Ueberreuter (www.ueberreuter.at), Hardcover mit Schutzumschlag, 200 Seiten, ISBN 978-3-8000-7448-8, 22,95 Euro.

 

Thomas Grueter, Magisches DenkenThomas Grüter,
Magisches Denken

Von Dominik Schönleben
Warum glauben wir an Horoskope? Oder die Macht von Glücksbringern und Symbolen? Thomas Grüter analysiert stichhaltig, woher der Glaube der Menschen ans Übernatürliche kommt und stellt bekannte Phänomene durch wissenschaftliche Analyse bloß. Unterhaltsam führt er uns vor, wie früher und auch heute noch mit dem Glauben der Menschen viel Geld verdient wird. „Magisches Denken“ deckt auf, wieso die Menschen an etwas glauben, das mit wissenschaftlichem oder logischem Denken nicht haltbar ist – es ist ein Buch, das dem überzeugten Zweifler Freude bereitet.
Magie regiert die Welt, die Vernunft hat das Nachsehen. Auch zweihundert Jahre nach der Aufklärung ist magisches Denken überall verbreitet. So glauben mehr als zwei Drittel der Deutschen an gute und böse Vorzeichen. Kein Wunder: Für unser Gehirn sind magische Vorgänge ebenso plausibel wie solche, die mit den Mitteln der Wissenschaft in der Natur zu beobachten sind. Nicht nur Wunderheiler und Esoteriker bedienen sich des Glaubens an Magie, auch Religion und Magie sind eng verknüpft, und selbst Medizin und Wissenschaft sind nicht frei von magischem Denken.
Woher das magische Denken kommt, welche Auswirkungen es hat und warum es sich so hartnäckig hält, zeigt Thomas Grüter kritisch und anschaulich anhand vieler Beispiele.
Thomas Grüter, Magisches Denken, Scherz Verlag (www.fischerverlage.de), Hardcover, 320 Seiten, ISBN 978-3-502-15158-6, 18,95 Euro.

 

Anton A. Bucher, Die dunkle Seite der KircheAnton A. Bucher,
Die dunkle Seite der Kirche

Die Zeit, in der die katholische Kirche für ihre Gläubigen eine Quelle für Trost und Hoffnung war, scheint vorbei. Heute verbindet man Kindesmissbrauch, lebenslanges Leid, verleugnete Vaterschaft, eisiges Schweigen und Doppelmoral mit dieser kirchlichen Institution. Anton A. Bucher liefert in seinem Buch „Die dunkle Seite der Kirche“ ein neues Erklärungsmodell zum Thema Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche.
„Wenn Theologen schreiben dann oft mit dem Hintergedanken: Was würde wohl der Bischof oder der Vatikan darüber denken? Aber irgendwann muss man auch das schreiben, wozu einen sein Gewissen verpflichtet!“, so beschreibt Bucher seine Motivation für das Schreiben dieses Buches. Der Autor analysiert die aktuelle Situation in Österreich, Deutschland und der Schweiz, setzt sich intensiv mit der Problematik der vaterlosen Priesterkinder auseinander und skizziert mögliche Lösungswege für eine Religion, in der Nächstenliebe keinen pikanten Unterton mehr hat.
Anton A. Bucher wurde 1960 in Altbüron in der Schweiz geboren. Er studierte Theologie und Pädagogik an der Universität Fribourg und habilitierte in Religionspädagogik an der Universität Mainz. Seit dem Jahr 1993 ist er Professor an der Universität Salzburg. 2000 habilitierte er zusätzlich in Erziehungswissenschaften, bevor er von 2004 bis 2006 das Amt des Dekans der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg inne hatte. Anton A. Bucher ist verheiratet und Vater von sechs Kindern.
Anton A. Bucher, Die dunkle Seite der Kirche, Galila Verlag (www.galila.at), 224 Seiten,
ISBN 978-3-902533-55-5, 21,90 Euro.

 

Jo Marchant, Die Entschluesselung des HimmelsDas Rätsel um den ältesten Computer der Welt
Jo Marchant,
Die Entschlüsselung des Himmels

Spannend wie ein Thriller und unglaublich wie ein
Mystery-Roman. Absolut lesenswert!

Eigentlich dürfte es ihn gar nicht geben, so modern ist er: der mechanische Kalendercomputer von Antikythera, ein Apparat, mit dem die Griechen um 100 vor Christus verschiedenste Kalendarien und Zeitzyklen vorausberechnen konnten, dazu die Bewegung der Himelskörper , den Verlauf von Sonne und Mond durch den altägyptischen Tierkreis und vieles mehr. Eine analoge Rechenmaschine auf hohem Niveau, die ohne Strom und Programmabstürze auskam. Seit hundert Jahren fasziniert dieser Fund die Forscher. Seine Entdeckung, Rekonstruktion und allmähliche Enträtselung sind eine schillernde Abenteuergeschichte, von Jo Marchant mitreißend erzählt.
Jo Marchant, Die Entschlüsselung des Himmels, Rowohlt (www.rowohlt.de), 304 Seiten, ISBN 978-3-498-04517-3, 22,95 Euro.

 

Ian Johnson, Die vierte MoscheeNazis, CIA und der islamische Fundamentalismus
Ian Johnson, Die vierte Moschee

Unglaublich aber wahr. München – neben Mekka, Jerusalem und Istanbul die wichtigste Moschee der Welt! Ein unerhörter Faktenthriller von der Entstehung und Ausbreitung des islamischen Fundamentalismus mit Hilfe Nazi-Deutschlands und der CIA.
Als der Journalist und Pulitzer-Preisträger Ian Johnson 2003 eine Londoner Buchhandlung betritt, macht er eine sensationelle und unheimliche Entdeckung: Als wichtigste Moscheen werden Mekka, Jerusalem, Istanbul und eine Moschee in München genannt. Warum München? Welche Moschee? Das islamische Zentrum von München wurde seit dem Dritten Reich und dem Kalten Krieg von Nazis, Agenten, gestrandeten Muslimen, islamistischen Fanatikern,von Akteuren aller Couleurs zum Bollwerk gegen die Sowjetunion aufgerüstet. Die CIA und andere Geheimdienste spinnen Intrigen, steuern Machtkämpfe und unterstützen radikale Islamisten der Moslembruderschaft – immer hinter dem Rücken der Öffentlichkeit. Das Drama, das sich in München abspielte, reichte vom politischen Skandal bis zur Schizophrenie der Ideologen und mündet in der jüngsten Zeitgeschichte: In der vierten Moschee wurde der Westen zum Paten des
11. September 2001.
Ian Johnson, Die vierte Moschee, Klett-Cotta Verlag (www.klett-cotta.de), 360 Seiten, ISBN 978-3-608-94622-2, 22,95 Euro.

 

Star-ClubUlf Krüger, Star-Club

Gelesen von Dominik Schönleben
Ein must-have für Fans der Beat-Musik. Für dieses Buch hat Ulf Krüger alles über die Legenden der Beat-Musik recherchiert, die je im weltberühmten „Star-Club“ in Hamburg zu sehen waren. Unter ihnen Black Sabbath, Jimi Hendrix und vor allem die Beatles. Die originalen Schwarz-Weiß Fotos lassen einen in Erinnerungen schwelgen an die Zeit, als man selbst noch zu den Besuchern von Beat-Clubs wie dem „Star-Club“
gezählt hat.
Hamburg in den Sechzigerjahren: Es herrschte Aufbruchstimmung in der Musikwelt, und die Beatmusik eroberte von der weltoffenen Hafenstadt aus ganz Deutschland. Eines der wichtigsten Zentren der neuen Musikszene war der Star-Club, der am 13. April 1962 im Hamburger Stadtteil St. Pauli eröffnete. Die Adresse war Programm: Große Freiheit 39. Im Star-Club gastierten Künstler wie The Searchers, Bill Haley, Chuck Berry, Jerry Lee Lewis, Little Richard, Jimi Hendrix, Black Sabbath, Cream, Ray Charles und vor allem schon 1962 die Beatles. Mit geradezu wissenschaftlicher Sorgfalt hat Autor Ulf Krüger Fakten, Dokumente, Augenzeugenberichte und rund 500 Fotos zusammengetragen, die nun teilweise erstmals publiziert werden. Das Ergebnis ist ein sorgfältig recherchiertes, umfassendes, reich bebildertes Buch, das mit viel Liebe für Details die Sechzigerjahre wieder lebendig werden lässt.
Ulf Krüger, Star-Club, Hannibal Verlag (www.hannibal-verlag.de), 300 Seiten, Broschur, ISBN 978-3-85445-329-1, 29,95 Euro.

 

Charlotte Janson, Letzte Reise und zurückCharlotte Janson,
Letzte Reise und zurück –
Wie es sich anfühlt tot zu sein

Gelesen von Julia Schuster
Endlich ein unbefangenes faszinierendes Buch über den Tod – neugierig, mit einer Prise schwarzem Humor, die es schafft, die Angst vor dem Tod zu mindern.
Der Tod ist allgegenwärtig, aber meistens schauen wir weg. Charlotte Janson schaut hin. Nach einer Nahtoderfahrung stellt sie sich die Frage aller Fragen: Wie fühlt es sich an, tot zu sein? Und begibt sich auf eine Reise in die Welt der letzten Dinge: Sie besucht Friedhöfe, forscht in Bestattungsinstituten und Krematorien, gibt ihre eigene Todesanzeige auf und liegt schließlich sogar in einem Sarg Probe. Ein bewegendes Buch, das den Tod zurück ins Leben holt – und ihm seinen Schrecken nimmt.
Vor 15 Jahren wurde bei Charlotte Janson eine potenziell lebensbedrohliche, unheilbare Krankheit diagnostiziert. 2008, nach einem Krankheitsschub, hängt ihr Leben am seidenen Faden. Aus dieser unmittelbaren Todesnähe heraus keimt in ihr der Wunsch, alles über den Tod herauszufinden. Mit einer einzigartigen Mischung aus Fakten, Geschichten und Rückblicken auf ihre eigenen Erfahrungen zeichnet sie ein außergewöhnliches Bild vom Leben und Sterben. Nachdenklich und ernsthaft, zugleich mit einer wunderbaren Leichtigkeit blickt Charlotte Janson stellvertretend für uns alle dem Tod ins Auge und holt ihn in unsere Gesellschaft zurück, aus der wir ihn weitgehend verbannt haben.
Charlotte Janson, Letzte Reise und zurück – Wie es sich anfühlt tot zu sein, Heyne Verlag (www.randomhouse.de), 272 Seiten, ISBN 978-3-453-16725-4, 19,95 Euro.

 

Gruber/Oberhummer/PuntigamGruber/Oberhummer/Puntigam Wer nichts weiss,
muss alles glauben

Gelesen von Peter Pollak
Klingt nach einem Spaßbuch, ist es aber nicht. Die Fragestellungen, so lustig sie auch sind, geben überraschende Antworten und belegen, das der Titel Recht hat: Wer nichts weiss, muss alles glauben.
Moderne Physik ist die Erfolgsgeschichte der Menschheit. Denn die Naturgesetze gelten immer und überall und für alle. Für Außerirdische genauso wie für uns. Vor der Physik sind alle gleich. Fantastisch. Trotzdem war Physik lange das meistgehasste Fach in der Schule, galt ein Physiker nicht als Sexsymbol. Aber seit es die Science Busters gibt, ist alles anders. Die „Chippendales der Physik“ (Alfred Dorfer) beweisen als schärfste Science Boygroup der Milchstraße, dass Topwissenschaft und Spitzenhumor keine Feinde sein müssen!
Sie stellen die wichtigen Fragen und können sie auch beantworten:
- Kann Beten tödlich sein?
- Was haben Orgasmus und Wachkoma gemeinsam?
- Wo kann man in einem Paralleluniversum am billigsten Urlaub machen?
- Wie bastelt man ein Blutwunder?
- Gelingt beim Lichtfasten das Abnehmen mit Energiesparlampen noch besser?
- Warum ist die Pest schuld am iPhone?
- Muss man für schweres Wasser Übergepäck zahlen?
- Kann die Auferstehung mit Antimaterie erklärt werden?
- Kann man Lamakot als MP3-Player verwenden?
- Wie feiern Goldfische Weihnachten?
- Kraftorte, Himalajasalz, Granderwasser – Evolutionsdruck durch Esoterik?
- Darf man mit einem homöopathischen Vollrausch noch Autofahren.
Gruber/Oberhummer/Puntigam, Wer nichts weiss, muss alles glauben, Ecowin Verlag
(www.ecowin.at), 240 Seiten, gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
ISBN 978-3-902404-93-0, 21,90 Euro.

 

Len Fischer, SchwarmintelligenzLen Fischer, Schwarmintelligenz

Gelesen von Peter Pollak
Faszinierend, gibt tiefe Einblicke in das menschliche Verhalten in der Masse – und man erkennt, was man bisher falsch gemacht hat. Hinreißend geschrieben und ein Wegweiser für das Leben, wie es sein könnte. Oder sollte?!
Was hat das Schwarmverhalten von Tieren mit unserem Postboten oder sozialen Netzwerken wie Twitter zu tun? Len Fisher erklärt anschaulich wie kein anderer, wo wir die Intelligenz der Vielen im Alltag finden und wie sie funktioniert. Fisch- oder Vogelschwärme bewegen sich in verblüffenden Formationen. Jedes Tier hat seinen Platz, gelenkt durch unsichtbare Gesetzmäßigkeiten. Bienenschwärme peilen scheinbar wie von selbst die pollenreichste Blumenwiese an. Ameisen arbeiten nach so außerordentlich differenzierten Strukturen, dass Forscher die Ameisenkolonie mit einem Superhirn vergleichen. Unsere Begeisterung für die Schönheit komplexer Systeme in der Natur kommt nicht von ungefähr, sagt Len Fisher: Wir bewundern sie, weil wir uns selbst nach den gleichen Prinzipien organisieren. Fisher durchleuchtet den menschlichen Alltag und findet Schwarmintelligenz überall: bei unserer Suche nach dem besten Restaurant, dem Reißverschlussprinzip beim Einfädeln in den Verkehr und bei strategischen Entscheidungen von Kurierfahrern, die erkannt haben, dass dauerndes Linksabbiegen Zeit und Geld kostet. Wie kein anderer versteht er es, naturwissenschaftliche Gesetze lebensnah zu vermitteln und zu zeigen, wie wir sie im Alltag nutzen können.
Len Fischer, Schwarmintelligenz, Eichborn (www.eichborn.de),
ISBN 9783821865256, 19,95 Euro.

 

GartenirrtuemerMichael Breckwoldt, Kleines Lexikon der Gartenirrtümer

Sehr lesenswert - und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, was man für wahr gehalten hat, und was dann doch
nicht so ist
.
Rostige Nägel färben Hortensienblüten blau. Schattenrasen ist ideal für Gartenflächen mit wenig Sonne. Rote Beete sind immer rot. Sträucher müssen im Herbst geschnitten werden, damit sie im Frühjahr blühen. Alles richtig? Nein, sagt Gartenexperte Michael Breckwoldt. Auch dass alte Rosensorten robuster sind als moderne Züchtungen, Bauerngärten ihr Vorbild in den Klostergärten des Mittelalters haben oder Pflanzen nicht miteinander kommunizieren können, gehört ins Reich der Legendenbildung. Michael Breckwoldt verblüfft mit seinem Wissen nicht nur Laien, sondern auch erfahrene Praktiker. Ein Buch für alle Garten-, Balkon- und Terrassenbesitzer, das nützliche Tipps, Anekdoten und Kulturgeschichtliches auf höchst unterhaltsame Weise miteinander verbindet.
Michael Breckwoldt, Kleines Lexikon der Gartenirrtümer, Eichborn Verlag (www.eichborn.de), 224 Seiten, ISBN:9783821865164, 14.95 Euro.

Weitere empfehlenswerte Bücher vom selben Verlag:
"Kati Marton, Die Flucht der Genies“
und
"Gerhard Henschel, Menetekel“

 

Gray_Menschen_4cJohn Gray, Von Menschen und anderen Tieren

Von wegen Humanismus – John Gray öffnet die Augen für eine neue Weltanschauung. Öfter muss man innehalten, um eine Aussage zu überdenken. Spannend und herausfordernd – ob man nun den Thesen des Autors zustimmt oder nicht.
In John Grays bisher provokativstem Buch rechnet er schonungslos mit dem Humanismus ab. Der Mensch ist für ihn Homo rapiens geblieben, ein verblendeter Ausbeuter der Natur und seiner eigenen Gattung. Es ist Zeit, den Humanismus zu verwerfen, der die Natur und uns selbst zu Tode »kultiviert«. Der Humanismus ist die Ersatzreligion der Moderne, der es sich auf die Fahnen schreibt, alle Menschen zu emanzipieren. Aber wovon und warum eigentlich? Von ihrer Natur, zweibeinige hoch entwickelte Säugetiere zu sein? Diesen Humanismus, im Bann des unendlichen wirtschaftlichen wie kulturellen Fortschritts verwirft John Gray als
gefährliche, lebensbedrohende Ideologie und verabschiedet ihn. In »Menschen und andere Tiere«, das John Gray auf der ganzen Welt zu einem der wichtigsten Ideologiekritiker unserer Zeit gemacht hat, stellt er ein für alle Mal klar: Der Anspruch der Menschen auf eine Sonderstellung in der Natur, seine grenzenlose Selbstverherrlichung, führt unsere Welt und mit ihr die Menschen selbst in den Untergang.
John Gray, Von Menschen und anderen Tieren, Klett-Cotta (www.klett-cotta.de),
246 Seiten, ISBN 978-3-608-94610-9, 19,90 Euro.

Weiter empfehlenswert vom selben Verlag:
“Ap Dijksterhuis, Der kluge Unbewusste“

 

KleinOlaf Georg Klein,
Zeit als Lebenskunst

Für dieses Buch sollte man sich auf jeden Fall Zeit nehmen, auch wenn man meint, keine zu haben.
Wie kommt es, dass wir ständig von uns behaupten, wir hätten keine Zeit? Wie ist es um eine Gesellschaft bestellt, die sich aus freien Stücken unter das Diktat der Uhr begeben hat und sich dennoch immerzu beklagt über Zeitnot, Zeitdruck und Zeitmangel? Weshalb erliegen wir so oft dem Irrtum, Zeit sparen zu können, indem wir möglichst viele Dinge schneller – und am besten auch noch gleichzeitig – erledigen?
Olaf Georg Klein gibt Antworten auf diese Fragen und arbeitet an einer Fülle von anschaulichen Beispielen die historischen, philosophischen und ökonomischen Hintergründe heraus, die unser Zeitverständnis bestimmen. Nicht zuletzt ist sein Buch aber auch ein Plädoyer für einen neuen Umgang mit der Zeit und skizziert, was echte ›Zeitsouveränität‹ bedeuten würde und wie wir sie erlangen können.
Olaf Georg Klein, Zeit als Lebenskunst, Wagenbach (www.wagenbach.de), 240 Seiten,
ISBN 978-3-8031-2632-0, 12,90 Euro.

Weiter empfehlenswert vom selben Verlag:
“Wilfried Witte, Tollkirschen und Quarantäne –
Die Geschichte der Spanischen Grippe“

 

Kurt Kaindl, Die unbekannten EuropäerKurt Kaindl,
Die unbekannten Europäer

Inmitten des Kontinents gibt es sie – die unbekannten europäischen Nationalitäten. Man muss sie nur entdecken wollen. Ein fesselnder Fotoband zeigt sie uns, die Aromunen, Arbereshe, Sefarden, Sorben und Gottscheer.
Kurt Kaindl, Due unbekannten Europäer, Edition Fotohof im Otto Müller Verlag (www.omvs.at),
ISBN 3-7013-1060-2, 24 Euro.

 

 

Frederico Poletti, Das frühe 20. JahrhundertJahrhunderte der Kunst
Frederico Poletti,
Das frühe 20. Jahrhundert

Im Mittelpunkt dieses Bandes steht die Moderne, die mit ihren neuen ästhetischen Formen eine deutliche Zäsur in der Geschichte der Kunst darstellt. Wie in kaum einer Epoche vor ihr begründete die Kunst im frühen 20. Jahrhundert eine Fülle von neuen Genres. Ein einheitlicher, eine Epoche prägender Stil wurde von einer Vielzahl neuer Ismen abgelöst: Expressionismus, Kubismus, Futurismus, Konstruktivismus, um nur einige zu nennen. Diese Entwicklung umfasste auch Bereiche wie das Theater, das Ballett und die Architektur. Neue Orte erschienen auf der Landkarte der Kunst, z.B. Dessau, wo das Bauhaus residierte, und München, Heimat der Künstlergruppe Blauer Reiter, oder Zürich, wo der Dadaismus begründet wurde. Während von traditionellen Hochburgen der Kunst, wie Berlin und Paris, neue
Impulse ausgingen.
Repräsentiert werden die zahlreichen verschiedenen Kunstrichtungen dieser Epoche durch
60 Künstler, die der Band vorstellt, darunter Hans Arp, Salvadore Dali, Otto Dix, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Man Ray, Pablo Picasso und Yves Tanguy.
Frederico Poletti, Das frühe 20. Jahrhundert, Parthas Verlag (www.parthasverlag.de),
384 Seiten, durchgängig vierfarbig bebildert, ISBN 978-3-936324-68-6, 26,80 Euro.

 

Monica Lierhaus, Euro 2008Monica Lierhaus, Euro 2008 – Das Buch zur Fußball-EM

Sie ist Deutschlands einziges weibliches Fußball-Fernsehgesicht: Monica Lierhaus. Für die ARD stehen ihr der Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Joachim Löw, und seine Spieler Rede und Antwort; für den Band »EM 2008« ist sie die Herausgeberin. Mit dem perfekt eingespielten Redaktionsteam unter der Leitung von Volker Kluge entsteht bereits während der Fußball-EM das große Nachschlagewerk über alle Spiele, Spieler, Tore, Highlights ... Das Buch bringt Live-Berichte von bekannten Sport-Journalisten vor Ort, spannende Reportagen von allen Spielen, viele großformatige Farbfotos, außerdem Hintergrundgeschichten und ausführliche Statistiken.
Monica Lierhaus, Euro 2008 – Das Buch zur Fußball-EM, Verlag Das Neue Berlin
(www.eulenspiegel-verlag.de), 192 Seiten, ISBN 978-3-360-01935-6, 19,90 Euro. Übrigens: Beim gleichen Verlag ist bereits Peking 2008 - Unser Olympiabuch in der Mache.

 

Pascal Bruckner, Der SchuldkomplexPascal Bruckner,
Der Schuldkomplex

Ganz eigener Blick auf Europa und uns selbst –
spannend und inspirierend!

Mit seiner jüngsten Streitschrift hat der bekannte französische Philosoph und Publizist Pascal Bruckner eine lebhafte Debatte über unser Verhältnis zur eigenen Geschichte entfacht. Ganz gleich ob wegen Sklaverei, kolonialer Vergangenheit oder Faschismus – in Europa ist das Sprechen über Schuld und Scham seit dem Zweiten Weltkrieg das höchste politische und moralische Gebot. Die permanente Büßerhaltung verstellt jedoch den Blick dafür, wie wir verantwortungsvoll mit der eigenen Geschichte umgehen und für die Zukunft aus ihr lernen können. Die Welt hasst uns, und wir verdienen es, ja wir lieben es geradezu, gehasst zu werden – so lautet jedenfalls die feste Überzeugung einer Mehrheit der Europäer. Seit 1945 sind wir es gewohnt, in einer übertriebenen, unreflektierten Büßerhaltung zu erstarren. Beinahe lustvoll, so scheint es, erinnern wir uns immer wieder an vergangene Kriege, religiöse Verfolgung, Diktatur oder Sklaverei. Oft genug handelt es sich dabei jedoch um bloße Lippenbekenntnisse.
In seinem mitreißenden Essay prangert der Philosoph und Schriftsteller Pascal Bruckner diesen »westlichen Masochismus« an und kritisiert die in Europa verbreitete Haltung, sich lieber jeder nur erdenklichen historischen Schuld zu bezichtigen, als hier und jetzt Verantwortung zu übernehmen. Thesenfreudig und meinungsstark setzt er sich mit unserem Geschichtsverständnis auseinander, ohne einem neuen Revisionismus das Wort zu reden. Bruckner geht es nicht darum, begangene Verbrechen zu relativieren, im Gegenteil: Er fordert vielmehr eine Debatte heraus, die nicht zu Geschichtsvergessenheit führt, sondern uns zeigt, wie wir die Erinnerung an historisches Unrecht für das Gestalten der Zukunft nutzen können.
Pascal Bruckner, Der Schuldkomplex, Pantheon Verlag (www.randomhouse.de), Paperback, 256 Seiten, ISBN 978-3-570-55045-8, 12,95 Euro.

 

Der Wagner-Clan - Autor Jonathan Carr ist totDer Wagner-Clan
Autor Jonathan Carr ist tot

Eine traurige Nachricht: Jonathan Carr, Autor und langjähriger Korrespondent der Financial Times in Frankfurt und Bonn, ist tot. Der Autor, dessen Buch „Der Wagner-Clan“ vor wenigen Tagen erst im Hoffmann und Campe Verlag erschienen ist, verstarb am 12. Juni.
Der Wagner-Clan - Autor Jonathan Carr ist totCarr, der sein Buch „so witzig, scharfzüngig und unterhaltsam“ schrieb, „wie man es in der umfangreichen Wagner-Literatur nur selten findet“ (Welt am Sonntag), wurde 1942 in Berkhamsted bei London geboren. Mehr als drei Jahrzehnte war er Auslandskorrespondent und Büroleiter der Financial Times in Frankfurt und Bonn. Für seine Reportagen aus Deutschland bekam er mehrere Preise. 1985 veröffentlichte er seine anerkannte und erfolgreiche Biografie von Helmut Schmidt. Es folgte unter anderem 1997 eine ebenso gelobte Biografie von Gustav Mahler. Als Wagner-Kenner und -Liebhaber besuchte er seit 1970 regelmäßig Bayreuth. Hoffmann und Campe-Verlagsleiter Günter Berg und Professor Dieter Borchmeyer werden den „Wagner-Clan“ am 28. Juli in der Markgrafenbuchhandlung in Bayreuth präsentieren und Jonathan Carr würdigen, der den großen Erfolg seines Buches leider nicht mehr erleben konnte.
Übrigens: Das Buch ist Lesevergnügen pur, ein gehöriges Stück Zeitgeschichte grandios verpackt. Jonathan Carr, Der Wagner-Clan, Hoffmann und Campe (www.hoffmann-und-campe.de), 496 Seiten, mit vielen Fotos, ISBN 978-3-455-50079-0, 25 Euro.

 

Otto Zierer/Anton Kammerl, München – eine Stadt und ihre Geschichten aus 850 JahrenOtto Zierer/Anton Kammerl, München – eine Stadt und ihre Geschichten aus 850 Jahren

850 Jahre München: Wer München in sein Herz geschlossen hat, liebt neben den Sehenswürdigkeiten auch seine lebendige Tradition und er liebt die Münchner und ihre ganz besonderen Eigenarten. 1958, anlässlich des 800. Stadtjubiläums, erzählte Otto Zierer in seinem Buch „Die Abenteuer der vielgeliebten Stadt München“ vom mal mehr und mal weniger glanzvollen Werdegang der berühmten Stadt. Zierers Enkelsohn Anton Kammerl hat in „München. Eine Stadt und ihre Geschichten aus 850 Jahren“ die schönsten Geschichten neu zusammengestellt und um Ereignisse aus den letzten fünf Jahrzehnten ergänzt. Oberbürgermeister Christian Ude hat dem Buch ein Vorwort vorangestellt.
Von der unbedeutenden Siedlung an den Ufern der Isar bis zur „Weltstadt mit Herz“, vom ersten Mönchskloster auf dem Petersbergl bis zum Jüdischen Zentrum am St.-Jakobs-Platz unternehmen Otto Zierer und Anton Kammerl eine kurzweilige Zeitreise durch die bewegte Stadtgeschichte Münchens. Heinrich der Löwe und Friedrich der Schöne kommen ebenso zu Wort wie der Salzkutscher Schwaben-Konrad und die Sedlmaier Zenta, die am Viktualienmarkt Gemüse verkauft. Die beiden Autoren erzählen von den Blütezeiten der Künste und Wissenschaften, von Festen und wirtschaftlicher Entwicklung, aber auch von Pest, Cholera und Hungersnöten, von Kriegen und Wiederaufbau. Außenpolitische Verwicklungen in den wechselhaften Beziehungen mit Österreich, Preußen und Frankreich und auch die innenpolitischen Turbulenzen wie die Lola-Montez-Affäre werden anekdotisch dargestellt. In vielen großen und kleinen, lustigen und tragischen Geschichten zeichnen Otto Zierer und Anton Kammerl ein facettenreiches und bewegendes Bild von München und seinen Bürgern, das Lust macht, sich selbst auf Spurensuche durch Münchens Stadtgeschichte zu machen.
Otto Zierer, 1909 in Bamberg geboren, studierte Philosophie und Geschichte in München und Heidelberg. Schon früh verfasste er insbesondere Geschichtsbücher, die – im national-
sozialistischen Deutschland verboten – in den Fünfzigerjahren zu Millionen-Bestsellern wurden. Für sein Lebenswerk wurde er mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Der Autor starb im Jahr 1983. Anton Kammerl, 1959 in München geboren, ist ein Münchner Kulturschaffender, leitet eine Markenagentur und verwaltet das literarische Vermächtnis seines Großvaters Otto Zierer.
Otto Zierer/Anton Kammerl, München – eine Stadt und ihre Geschichten aus 850 Jahren, LangenMüller Verlag (www.herbig.net), 304 Seiten mit histor. Abb. und Fotos,
ISBN 978-3-7844-3119-2, 19,90 Euro.

 

Walter-Jörg Langbein, Eine kurze Geschichte von GottWalter-Jörg Langbein,
Eine kurze Geschichte von Gott

Informativ und lesenswert.
Walter-Jörg Langbein gibt einen breiten Überblick über die vielen Gottesbilder der Religionen. Vom Vielgötterglauben der Urzeit bis zum Eingottglauben, vom Judentum und Christentum bis zum Islam und Buddhismus zeichnet der bekannte Religionswissenschaftler nach, wie der Mensch Orientierung
sucht. Er erklärt aber auch, warum der persönliche Glauben bis heute so wichtig ist.
Walter-Jörg Langbein, Eine kurze Geschichte von Gott, Aufbau Verlag (www.aufbau-verlag.de), Taschenbuch,
ISBN 978-3-7466-8151-1, 8,95 Euro.

 

Heinz Oberhummer, Kann das alles Zufall sein?Geheimnisvolles Universum
Heinz Oberhummer,
Kann das alles Zufall sein?

Man lernt nie aus – und mit diesem Buch macht es auch noch Spaß!
Das moderne Bild des Universums ist grandioser, als man es sich jemals auch nur annähernd vorstellen konnte. Aber je mehr wir über das Universum erfahren, umso mehr Geheimnisse tun sich auf. Was ist die rätselhafte Dunkle Materie und die noch mysteriösere Dunkle Energie? Wie nahe sind wir einer „Weltformel“ auf der Spur? Warum ist die Inflation die leistungsfähigste Theorie des Universums? Was war eigentlich vor dem Urknall? Warum sind die Sterne für unser Leben unabdingbar? Was ist die Ungeziefertheorie? Warum ist es unserer Generation vorbehalten, dass wir Leben außerhalb der Erde entdecken?
Heinz Oberhummer, Kann das alles Zufall sein?, Ecowin Verlag (www.ecowin.at),
208 Seiten, ISBN 978-3-902404-54-1, 22 Euro.

 

Dr. Oliver Erens, Zaubertricks für DummiesDr. Oliver Erens,
Zaubertricks für Dummies

In diesem Buch steckt alles drin, was Sie schon immer wissen wollten, um Ihre Mitmenschen zu verblüffen.
Zaubern macht dem Künstler selbst Spaß und bei Familie, Freunden und Kollegen einen guten Eindruck. In "Zaubertricks für Dummies" finden Sie Tricks, mit denen Sie ohne viel Vorbereitung und nur wenigen Utensilien das Publikum staunen lassen.
Dr. Oliver Erens, Zaubertricks für Dummies, Wiley-VCH Verlag (www.wiley-vch.de), 320 Seiten, Softcover,
ISBN 978-3-527-70320-3, 16,95 Euro.

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